Kaffeerösten

Belgien gewinnt den Weltmeistertitel im Kaffeerösten: Was bedeutet das für Specialty Coffee?

Forbes België berichtete über eine Nachricht, die mir aufgefallen ist: Nach sechs Jahren hat Belgien wieder den Weltmeistertitel im Kaffeerösten gewonnen. Benjamin Brassart wurde am 27. Juni 2026 auf der Messe World of Coffee in Brüssel Weltmeister.

Keine zwei Jahre zuvor hatte Brassart zusammen mit Benoît Desmaretz die Boo Coffee Roasters gegründet, eine unabhängige Rösterei im Industriegebiet von Anderlecht. Sie arbeiten mit sorgfältig ausgewählten Bohnen von verantwortungsbewussten Produzenten. Dass eine so junge Rösterei so schnell an die Weltspitze kommt, finde ich bemerkenswert.

Der Artikel lässt auch zwei Branchenvertreter zu Wort kommen. Thomas Wyngaard von OK Coffee Studio sagt, der Titel werde Specialty Coffee in der belgischen Gastronomie (Hotels, Restaurants und Cafés) mehr Gewicht verleihen, wobei er die wirtschaftlichen Auswirkungen für begrenzt hält. Maxime Lemploy von Cuprima, der Specialty-Sparte des Importeurs Efico, verbindet Specialty Coffee mit dem Slow-Food-Trend: lokale Produkte, Transparenz und faire Preise für die Erzeuger.

Die Zahlen setzen das Ganze in Relation. Specialty Coffee macht weltweit etwa 2 Prozent des Kaffeemarktes aus, wächst aber deutlich schneller als der Rest. Laut einer Studie der Specialty Coffee Association trinken in den USA 47 Prozent der Erwachsenen täglich Specialty Coffee, gegenüber 42 Prozent, die täglich klassischen Kaffee trinken. Für Belgien gibt es noch keine verlässlichen Verbrauchszahlen, aber die Kaffeebars werden immer mehr, vor allem in Brüssel und Antwerpen.

Wyngaard erwartet eine Zweiteilung: billigen Massenkaffee auf der einen Seite, Spitzenqualität auf der anderen und ein kleineres Mittelsegment dazwischen. Außerdem übernehmen traditionelle Importeure zunehmend Specialty-Importeure. Ich bin gespannt, wie sich dadurch der Kaffee in unseren Tassen in den kommenden Jahren verändern wird.

Quelle: Forbes België

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