Sprachaustausch

Warum schreibt KI Gedichte? Eine neue Folge von „Sprechen wir Russisch!“

Beim Stöbern auf der Website des Winogradow-Instituts für die russische Sprache der Russischen Akademie der Wissenschaften bin ich auf eine neue Folge der Sendung „Sprechen wir Russisch!“ (Говорим по-русски!) gestoßen, mit einer Frage, die mich gleich gefesselt hat: „Warum schreibt KI Gedichte?“ Für alle, die Sprachen lernen und wissen wollen, wie sich eine Sprache in den Händen einer Maschine verhält, ist das ein spannendes Thema.

Gast war Boris Orechow, Doktor der Philologie und außerordentlicher Professor an der Higher School of Economics (HSE). Er experimentiert digital mit Lyrik und hat das Buch „Elektronische Leier“ (Электронная лира) geschrieben.

Im Gespräch werden drei Fragen behandelt. Erstens: Warum schreibt künstliche Intelligenz überhaupt Gedichte und wie macht sie das? Zweitens: Lässt sich Lyrik mit Kryptografie vergleichen und ein poetischer Text mit einer Schachpartie, die man weiterspielen kann? Drittens: Wer gilt als Urheber eines Prompts, der Verfasser oder die KI als Miturheberin?

Der zweite Gedanke interessiert mich am meisten. Wenn man ein Gedicht mit einer Chiffre oder einer Schachpartie vergleicht, wird Lyrik zu einem Regelsystem, in dem man nach Zügen suchen kann, und dann wird verständlich, warum sich diese Aufgabe für Sprachmodelle eignet. Die dritte Frage, die Urheberschaft am Prompt, scheint mir noch offen zu sein, und ich würde gern lesen, wie Sie darauf antworten würden.

Die Folge ist auf den YouTube-Kanälen des IRJa RAN und auf dem VK-Kanal des Projekts verfügbar. Wer Russisch lernt, findet in solchen Sendungen einen guten Weg, Philologen über ein spannendes Thema in lebendiger Sprache zuzuhören.

Quelle: Winogradow-Institut für die russische Sprache, Russische Akademie der Wissenschaften

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