學外語最常見的卡關是:單字、文法都學了不少,真正開口時卻只會那幾個最熟的字。最近讀到一個很實用的方法,叫做「窄式學習」(narrow learning)。
概念很簡單:找一個你真的有興趣、好奇的主題,然後用不同的素材和媒介反覆接觸它。重點不是一直學新內容,而是讓同樣的語言在不同情境裡重複出現。內容固定下來之後,注意力就能從「理解內容」慢慢轉移到「這件事到底怎麼說」。
原文作者舉了自己的例子。他喜歡喝咖啡,看到「起床不要馬上喝咖啡」的討論,就拿這個主題來練英文:聽 Andrew Huberman 的 podcast、請 ChatGPT 用英文解釋、用 ChatGPT 語音當家教直接聊、上網讀相關文章,再聽不同角度的中英文 podcast。
咖啡新知其實沒學到多少,但語言上的收穫完全不同。他原本只會說 drink coffee later,後來在不同素材裡遇到 delay your morning coffee、wait about 90–120 minutes、There's solid evidence that…、consume caffeine on an empty stomach,還學到 overly wired(喝完咖啡太亢奮)和 lethargy(沒精神)。只看一篇文章,這些說法只是「看過」;同一個主題聽、讀、說好幾次,它們就開始在不同情境中反覆出現。
我覺得這段話說得很好:重複的不是單字,而是真實的語言使用情境。你會開始注意到一個字通常跟什麼內容一起出現、什麼情境會用、別人實際上怎麼說。
這個方法特別適合已經有基礎、卻卡在「明明會卻想不到」的人。文章談的是英文,但我覺得換成任何一種語言都適用:先挑一個你最近很好奇的主題,用 podcast、影片、文章和 AI 對話去追它,最後再試著用自己的話講一次。
来源:創勝文教 NTE
Als ich mich für einen Auslandsaufenthalt entschied, habe ich den klassischen Fehler gemacht, mit der Wahl des Ziellandes anzufangen. In Wahrheit ist der Ausgangspunkt das Ziel: Willst du eine Sprache lernen, im Ausland arbeiten oder ein Studium absolvieren? Jede Antwort führt zu einer anderen Art von Programm – Sprachkurs, Work and Travel, Au Pair, Working Holiday oder Freiwilligenarbeit – mit jeweils eigenen Kosten und Fristen.
Sobald das Ziel feststeht, fällt die Wahl des Landes leichter. Die USA, Kanada, Australien und Irland ziehen die meisten Austauschteilnehmer an, aber Portugal, Malta, Spanien und Südafrika sind deutlich günstiger. Es lohnt sich, die Lebenshaltungskosten zu vergleichen: Ein WG-Zimmer in Dublin kostet schnell über 800 € im Monat, während man in Lissabon mit etwa 500 bis 700 € rechnen muss.
Danach kommen der Papierkram und das Budget. Ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist, ein Visum je nach Zielland, eine internationale Krankenversicherung und die Zusage der Sprachschule. Ich habe mir eine Tabelle mit drei Blöcken angelegt: Ausgaben vor der Abreise, monatliche Kosten im Ausland und ein Notgroschen für mindestens zwei Monate.
Alles selbst zu organisieren wird immer üblicher, und die meisten Schulen nehmen Direktanmeldungen über ihre Website an. Wenn du eine Agentur nutzen willst, vergleiche mindestens drei Angebote. Das Wichtigste ist, frühzeitig anzufangen: je früher, desto besser.
Quelle: Tudo Sobre Intercâmbio
Für alle, die das Schicksal von Sprachen verfolgen, gibt es eine interessante Nachricht. Das indonesische Ministerium für Grund- und Mittelschulbildung (Kemendikdasmen) strebt an, dass Bahasa Indonesia bis 2045 in internationalen Foren, auch bei den Vereinten Nationen, zur Sprache wird. Das Jahr ist an „Indonesia Emas“ und das 100. Jubiläum der Unabhängigkeit geknüpft. Das Ziel nannte Hafidz Muksin, Leiter der Behörde für Sprachentwicklung und -förderung, am 21. August 2026 in Jakarta nach der Würdigungsveranstaltung des Festival Handai Indonesia 2026.
Als Grund für Optimismus verwies er auf das BIPA-Programm (Bahasa Indonesia für ausländische Sprecher), das inzwischen in 62 Ländern angeboten wird. Es gibt auch einen eigenen BIPA-Kurs für Diplomaten, der vom 15. September 2025 bis 31. Mai 2026 vor Ort und online lief, mit zwei Programmen: 50 und 100 Stunden. Teilnehmer waren Botschafter, Diplomaten und Vertreter internationaler Organisationen in Jakarta.
Die Zahlen sind ziemlich genau: 181 Personen meldeten sich an, aus 67 befreundeten Staaten und internationalen Organisationen. 63 Teilnehmende schlossen das 50-Stunden-Programm ab, 42 das 100-Stunden-Programm. Laut Hafidz ist Bahasa Indonesia bereits eine der offiziellen UNESCO-Sprachen, und solche Kurse sollen die Sprachdiplomatie stärken.
Ich habe mich über die Nachricht gefreut, denn das Erlernen einer Sprache beginnt oft mit Neugier auf die Kultur eines Landes. 2045 ist noch weit entfernt und das Ziel ehrgeizig, aber die wachsende Zahl von Ländern mit BIPA-Kursen zeigt echtes Interesse.
Wer hier Bahasa Indonesia lernt: Was fällt euch am schwersten, die Affixe (imbuhan) oder der Alltagswortschatz?
Quelle: ANTARA
Unter den Neuerscheinungen, auf die die Académie française hingewiesen hat, gab es ein Buch, über das ich hier gleich schreiben wollte: Les Mots qui fuient von Barbara Cassin, das am 30. September 2026 bei Flammarion erscheint. Wer seine Zeit damit verbringt, Sprachen zu lernen und sich in ihnen auszutauschen, dem geht die Frage nahe, wie Wörter uns verlassen.
Der Ausgangspunkt ist einfach: Wie entgleiten uns Wörter, gibt es Möglichkeiten, sie festzuhalten, und was macht das Altern mit der Sprache? Um darauf zu antworten, hat die Autorin, Mitglied der Akademie, den Dialog gewählt. Sie spricht mit dem Dichter Michel Deguy, den Neurowissenschaftlern Laurent Cohen, Raphaël Gaillard und Marc Verny, den Psychoanalytikern Françoise und Jean-Jacques Gorog, der Filmemacherin Nurith Aviv, dem Philosophen Alain Badiou, der Anthropologin Vinciane Despret, aber auch mit mehreren künstlichen Intelligenzen, die Daphné Marnat eingesetzt hat.
Der rote Faden lässt sich in einer Frage fassen: Ist das Vergessen die Bedingung des Gedächtnisses? Durch diese Gespräche betrachtet das Buch zugleich das persönliche Altern und unsere Zeit.
Ein Satz aus der Vorstellung des Buches ist mir im Gedächtnis geblieben: „Das Vergessen beginnt bei den Eigennamen.“ Wer schon einmal einen Namen auf der Zungenspitze hatte, in der Muttersprache wie in einer Fremdsprache, weiß genau, was damit gemeint ist.
Ich habe es noch nicht gelesen und kann deshalb nichts über seinen Erfolg sagen. Dass künstliche Intelligenz unter den Gesprächspartnern eines Buches über das Gedächtnis der Wörter auftaucht, finde ich aber eine interessante Wahl. Ich würde gern eure eigenen Erfahrungen mit Wörtern lesen, die davonfliegen, in welcher Sprache auch immer.
Quelle: Académie française
Am 2. Oktober 2026 hat die japanische Kulturbehörde die Ergebnisse der Umfrage „Zur Landessprache“ für Reiwa 7 (Haushaltsjahr 2025) veröffentlicht. Da diese Umfrage jedes Jahr Menschen interessiert, denen Sprache wichtig ist, möchte ich die veröffentlichte Übersicht zusammenfassen.
Ziel der Umfrage ist es, die Einstellungen und das Verständnis der Menschen in Japan gegenüber der Landessprache zu erfassen, die Sprachpolitik zu unterstützen und das öffentliche Interesse an der Sprache zu wecken. Befragt wurden Staatsbürger ab 16 Jahren im ganzen Land; die Erhebung fand im März 2026 postalisch statt. Die Stichprobe umfasste 6.000 Personen, 3.777 gültige Antworten gingen ein, die Rücklaufquote lag bei 63,0 Prozent.
Die Umfrage umfasst sechs Themen: Interesse an der Sprache, Gewohnheiten beim Handschreiben und Einstellungen zur senkrechten Schrift, Einstellungen zur Standardsprache und zu Dialekten, Höflichkeitsformen und Ausdrucksweise, die Schreibweise von Lehnwörtern sowie die Bedeutung von Redewendungen.
Die Anteile der einzelnen Antworten stehen laut Seite im PDF „Ergebnisübersicht“, das der Veröffentlichung beiliegt. Deshalb nenne ich hier keine Zahlen. Schon das gemeinsame Auftreten von Handschrift, senkrechter Schrift, Dialekten und Lehnwort-Schreibweise zeigt aber, wo das heutige Japanisch im Wandel ist.
Für Japanischlernende ist interessant, dass Höflichkeitsformen und die Bedeutung von Redewendungen Gegenstand der Umfrage sind. Das ist ein Hinweis darauf, dass auch Muttersprachler hier oft unsicher sind. Gibt es in eurer Sprache ähnliche Umfragen?
Quelle: Kulturbehörde
Diese Woche hat mich eine Erklärung des Instituto Cervantes in Chile aufhorchen lassen. Sein Direktor, Luis García Montero, eröffnete die II. Internationale Konferenz zu Spanisch als Fremdsprache (CoIELE), die vom 7. bis 9. Oktober stattfindet, und machte einen klaren Gedanken deutlich: Künstliche Intelligenz ist in der Bildung nicht mehr zu vermeiden, deshalb besteht die Verantwortung darin, darauf zu achten, wie sie gebaut wird.
Am meisten hat mich das Risiko zum Nachdenken gebracht, das er beschreibt. Wenn die Sprache der KI ohne menschliche Aufsicht und ohne Vielfalt der Perspektiven programmiert wird, könnte das Spanisch der Maschinen verarmen und sich vereinheitlichen, es würde seine Akzente verlieren. Laut dem Cervantes lässt sich das nicht allein Ingenieuren überlassen. Auch Spanischlehrkräfte seien gefragt, denn sie kennen die ethische Verantwortung im Umgang mit einer Sprache. Er schlägt vor, Ressourcen zu schaffen, vielfältige Korpora zu fördern und die panhispanische Zusammenarbeit zu stärken.
Zahlen zeigen, wie groß das Thema ist. Einer von zehn muttersprachlichen Sprechern des Spanischen lebt in einem Land, in dem Spanisch weder Amtssprache noch Mehrheitssprache ist, und die potenziellen Sprecher außerhalb des hispanischen Raums übersteigen 120 Millionen. Außerdem wird erwartet, dass 2050 86 % der hispanophonen Bevölkerung in Städten leben wird, was nach Analysen des Instituts Minderheiten- und indigene Sprachen schaden könnte.
Nach der Konferenz unterzeichnete das Cervantes ein Abkommen mit der Universidad de Viña del Mar, um jedes Jahr Sprach- und Kulturkurse in Chile anzubieten. Für 2027 ist ein Kurs über Kultur, Kunst und Geschichte in Viña del Mar und Valparaíso geplant.
Für uns, die hier Sprachen lernen oder unterrichten, finde ich das eine gute Erinnerung. Ein KI-Werkzeug zum Üben zu nutzen ist in Ordnung, aber man sollte sich fragen, welche Sprachvarianten wir diesem Werkzeug beigebracht haben.
Quelle: Instituto Cervantes
Beim Stöbern auf der Website des Winogradow-Instituts für die russische Sprache der Russischen Akademie der Wissenschaften bin ich auf eine neue Folge der Sendung „Sprechen wir Russisch!“ (Говорим по-русски!) gestoßen, mit einer Frage, die mich gleich gefesselt hat: „Warum schreibt KI Gedichte?“ Für alle, die Sprachen lernen und wissen wollen, wie sich eine Sprache in den Händen einer Maschine verhält, ist das ein spannendes Thema.
Gast war Boris Orechow, Doktor der Philologie und außerordentlicher Professor an der Higher School of Economics (HSE). Er experimentiert digital mit Lyrik und hat das Buch „Elektronische Leier“ (Электронная лира) geschrieben.
Im Gespräch werden drei Fragen behandelt. Erstens: Warum schreibt künstliche Intelligenz überhaupt Gedichte und wie macht sie das? Zweitens: Lässt sich Lyrik mit Kryptografie vergleichen und ein poetischer Text mit einer Schachpartie, die man weiterspielen kann? Drittens: Wer gilt als Urheber eines Prompts, der Verfasser oder die KI als Miturheberin?
Der zweite Gedanke interessiert mich am meisten. Wenn man ein Gedicht mit einer Chiffre oder einer Schachpartie vergleicht, wird Lyrik zu einem Regelsystem, in dem man nach Zügen suchen kann, und dann wird verständlich, warum sich diese Aufgabe für Sprachmodelle eignet. Die dritte Frage, die Urheberschaft am Prompt, scheint mir noch offen zu sein, und ich würde gern lesen, wie Sie darauf antworten würden.
Die Folge ist auf den YouTube-Kanälen des IRJa RAN und auf dem VK-Kanal des Projekts verfügbar. Wer Russisch lernt, findet in solchen Sendungen einen guten Weg, Philologen über ein spannendes Thema in lebendiger Sprache zuzuhören.
Quelle: Winogradow-Institut für die russische Sprache, Russische Akademie der Wissenschaften
Der Polnische Sprachrat (Rada Języka Polskiego), der dem Präsidium der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN) angegliedert ist, feiert sein dreißigjähriges Bestehen. Das Jubiläum fand am 29. September 2026 im Senat der Republik Polen statt. Der Rat selbst veröffentlichte am 8. Oktober eine Mitteilung über die Veranstaltung, und ich habe mich entschlossen, sie hier zusammenzufassen, weil es ein guter Anlass ist, sich daran zu erinnern, wer über die polnische Sprache wacht.
Der Senat war Mitveranstalter, und Vizemarschall Rafał Grupiński begrüßte die Anwesenden. Es sprachen Prof. Aleksander Welfe, Vizepräsident der PAN, und Dr. Karolina Zioło-Pużuk, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Hochschulbildung. Die Vorsitzende des Rates, Prof. Katarzyna Kłosińska, erhielt eine goldene Medaille, und die Mitglieder des Präsidiums erhielten die silberne Medaille des Ministers für Wissenschaft und Hochschulbildung „Zasłużony dla Nauki Polskiej Sapientia et Veritas“ (Verdienst um die polnische Wissenschaft).
Im Konferenzteil hielt Katarzyna Kłosińska einen Vortrag über dreißig Jahre Tätigkeit des Rates. Kurz sprachen auch die Vorsitzende des Schlesischen Sprachrats, Prof. Jolanta Tambor, und die Vorsitzende des Kaschubischen Sprachrats, Danuta Pioch. Ihre Anwesenheit hat mich besonders gefreut, denn sie zeigt, dass das Gespräch über Sprache in Polen auch die Regionalsprachen einschließt.
Den Abschluss bildete eine Debatte mit dem Titel „Was heißt Sorge um die Sprache?“ (Czym jest troska o język?), moderiert von Małgorzata Tułowiecka. Teilnehmer waren unter anderem Prof. Anna Dąbrowska, Prof. Ewa Kołodziejek, Prof. Jerzy Bralczyk und Bartłomiej Chaciński.
Wer Polnisch lernt oder einfach gern hört, wie Sprachwissenschaftler über Korrektheit und Sprachwandel sprechen, sollte die Website des Rates besuchen. Dort werden unter anderem Gutachten, Berichte und Informationen zum Diktatwettbewerb veröffentlicht. Und wie ist es in Ihrem Land: Wer entscheidet, was korrekt ist?
Quelle: Polnischer Sprachrat (Rada Języka Polskiego)
Ein Projekt der türkischen Sprachgesellschaft (TDK) hat meine Aufmerksamkeit erregt: das Türkische Sprachinformationssystem, kurz DİLBİS. Die Vereinbarung zwischen TDK und HAVELSAN wurde am 6. August 2026 bei einer von HAVELSAN ausgerichteten Feier bekannt gegeben, der Bericht erschien am Tag darauf.
An der Feier nahmen die Leitung des Hochschulrats (YÖK), Prof. Dr. Derya Örs, der TDK-Präsident Prof. Dr. Osman Mert, der HAVELSAN-Geschäftsführer Dr. Mehmet Akif Nacar sowie Führungskräfte beider Institutionen teil. Ziel des Projekts ist es, das reiche Erbe der türkischen Sprache mit moderner Informationstechnik zu verbinden und die Grundlage für heimische Sprachtechnologien zu schaffen.
Der Bericht nennt folgende Punkte: Für die TDK wird eine Dateninfrastruktur aufgebaut. Angestrebt wird eine Datenbank des Türkischen mit schriftlichen Texten, mündlichen Quellen und visuellen Materialien, vor allem des Türkischen, wie es in der Türkei gesprochen wird, mit nach Örs' Worten Milliarden etikettierter Daten und Wörter. KI-Technologien sollen der TDK zur Verfügung gestellt werden, und die nationale KI-Plattform MAIN von HAVELSAN soll in diese Infrastruktur integriert werden.
Nacar zufolge wird das Projekt die Nutzung des Türkischen in der digitalen Welt stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Türkei bei Sprachtechnologien erhöhen. Der Bericht enthält keine Angaben zu Budget, Laufzeit oder Zeitplan, daher muss klargestellt werden, dass diese Einzelheiten derzeit nicht bekannt sind.
Am interessantesten finde ich Folgendes: Große Sprachmodelle werden überwiegend mit englischen Daten trainiert. Wenn eine Sprachinstitution ihr eigenes Korpus etikettiert und daraus eine Datenbank baut, kann das auch für Lernende und Forschende des Türkischen wertvoll sein. Gibt es in eurer Sprache eine ähnliche Initiative?
Quelle: Türk Dil Kurumu
Am 24. November 2026 jährt sich die Geburt von Carlo Collodi zum zweihundertsten Mal, und die Accademia della Crusca hat ein Projekt vorgestellt, das mir wie eine schöne Gelegenheit für alle erscheint, die die italienische Sprache lieben: „Le parole di Pinocchio“ (Die Wörter Pinocchios). Die Aktivitäten laufen von Oktober 2026 bis April 2027 und richten sich vor allem an junge Menschen, mit dem Gedanken, Collodis Beitrag zur Herausbildung einer einheitlichen Sprache und Kultur zu reflektieren. Das Projekt wird vom Ministerium für Sport und Jugend finanziert, unterstützt von Unicoop Firenze und dem Verein der Freunde der Accademia della Crusca.
Es gliedert sich in drei Teile. Der erste ist ein Programm an Schulen: zwanzig Klassen der ersten beiden Jahrgänge der Oberstufe, eine pro Region, mit Fortbildungen für Lehrkräfte im Oktober und im November einer Online-Werkstatt für 415 Schülerinnen und Schüler, in der die bedeutendsten Wörter und Wendungen des Romans analysiert werden. Die Klasse mit der besten Arbeit wird am 15. April 2027 ausgezeichnet.
Der zweite ist eine Werkstatt für kreatives Schreiben für junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, am 10. Dezember 2026 im Teatro della Pergola in Florenz, koordiniert von Paolo di Paolo. Die Texte müssen bis zum 28. Februar 2027 eingereicht werden, die fünf besten werden auf cruscascuola.it veröffentlicht.
Der dritte ist die Ausstellung „Pinocchio all’Accademia della Crusca“ in der Villa Medicea di Castello: vom 1. Oktober bis 25. November 2026 und dann vom 2. Februar bis 31. Dezember 2027, nach Voranmeldung. Zu den gezeigten Stücken gehören die handschriftlichen Blätter von Ornella Castellani Pollidori für die kritische Ausgabe von 1983, die Erstausgabe der Grammatica di Giannettino von 1884 und zweiundzwanzig Ausgaben von Pinocchio in Fremdsprachen.
Besonders gefällt mir das letzte Detail: Dieselbe Holzpuppe in so vielen Sprachen zu sehen, erinnert daran, wie weit ein Buch reisen kann.
Quelle: Accademia della Crusca
Nach diesem Hitzesommer wollte ich mir ein Wort genauer ansehen, das einem ständig in den Nachrichten begegnet: der Hitzedom. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat dazu im Sprachdienst 4–5/2026 einen Beitrag von Angélica Prediger veröffentlicht, und er hat mir einiges erklärt.
Das Wort war bis 2017 im Deutschen kaum bekannt, ab 2018 tauchte es in den Medien immer häufiger auf. In den Zeitungskorpora ist es zwischen 2018 und 2025 insgesamt 147-mal belegt. Es ist eine direkte Übersetzung des englischen heat dome, das seit 1969 nachgewiesen ist. Andere Sprachen haben ihre eigenen Bilder: Spanisch domo de calor oder cúpula de calor, Italienisch bolla di calore (wörtlich Hitzeball), Ungarisch hőkupola.
Interessant finde ich, dass das deutsche Wort einen älteren Konkurrenten hat: die Hitzeglocke, belegt seit 1959. Laut DWDS sind beide Synonyme. Dazu kommen Varianten wie Hitzedeckel oder Hitzekuppel.
Meteorologisch entsteht ein Hitzedom bei Hochdruck: Die Luft sinkt ab und wirkt wie ein Deckel, Aufwinde und Wolkenbildung fehlen, Regen ist unwahrscheinlich. Diese blockierte Lage nennt man Omega-Lage, nach der Form des griechischen Buchstabens Ω. In Städten verstärken versiegelte Flächen und wenig Schatten den Effekt. Anders als eine Hitzewelle bewegt sich ein Hitzedom nicht.
Das Gegenstück ist am ehesten der Kaltluftsee, eine Kaltluftansammlung in einer Geländevertiefung. Der Text weist außerdem darauf hin, dass Kaltluftschneisen, etwa Grünstreifen, Flüsse oder begrünte breite Straßen, Hitzedome bremsen können.
Mir gefällt, wie hier ein einzelnes Lehnwort Sprachgeschichte, Wetterkunde und Stadtplanung verbindet. Wie heißt dieses Phänomen eigentlich in eurer Sprache?
Quelle: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)
Ich übe schon eine Weile Niederländisch mit Muttersprachlern, und eine Sache überrascht mich immer wieder: das Understatement. Du machst ein Geschenk, jemand nickt und sagt: „Nou, dat is niet verkeerd.“ („Na, das ist nicht verkehrt.“) Ist das gut? Schlecht? Hast du es vermasselt?
Laut einem aktuellen Beitrag von Dutch Fluency ist das keine Unhöflichkeit, sondern ein kultureller Code. Niederländer schätzen Bescheidenheit. Statt „geweldig“ („großartig“) sagen sie „niet slecht“ („nicht schlecht“), „niet onaardig“ („nicht unnett“) oder „dat valt niet tegen“ („das enttäuscht nicht“). Hofstedes egalitäres Bild passt hier: Konsens statt Angeberei.
Praktische Sätze, die ich jetzt bewusst übe:
• „Dat is niet verkeerd.“ = Das ist gut.
• „Het valt me niet tegen.“ = Angenehm überrascht.
• „Hij is niet op zijn achterhoofd gevallen.“ = Er ist schlau.
• „Het kan ermee door.“ = Völlig ausreichend.
Der Tipp, der bei mir hängen geblieben ist: Achte auf Ton und Verhalten. Nimmt sich jemand eine zweite Portion, war das Essen gut – auch wenn er „het is te doen“ („geht so“) gesagt hat. Und als Lernender klingst du sofort natürlicher, wenn du „niet slecht“ statt „amazing“ sagst.
Also ja: Understatement ist kein Bug, sondern ein Feature. Sobald du es als Kompliment hörst, fühlen sich die Niederlande gleich viel wärmer an.
Quelle: Dutch Fluency