Messer- & Klingenrestaurierung

Alexander Zegula schmiedet Messer – nicht nur für die Pilzsaison

Beim MDR bin ich auf einen Messerschmied aus dem Vogtland gestoßen: Alexander Zegula, 61, aus Hammerbrücke. Seine Schmiedewerkstatt liegt hinter dem Wohnhaus. Dort lodert das Schmiedefeuer, und immer wieder legt er den Rohling in die Glut.

Der Rohling wird bei 1.200 Grad zum Glühen gebracht und dann Schlag für Schlag bearbeitet. Geschmiedet wird bei etwa 800 bis 900 Grad, das gelte für alle Messer. Zwischendurch stellt er den Rohling hochkant, um zu prüfen, ob die Klinge gerade ist. Wie genau es zugeht, beschreibt er so: Zwei falsche Schläge, und der Rohling ist kaputt.

Beim Stahl hat er eine klare Meinung. Rostfreier Stahl sei pflegeleicht, aber rostende Stähle werden deutlich schärfer und sind für Liebhaber das Nonplusultra. Ein rostendes Messer muss dafür nach jedem Gebrauch mit einem Tuch abgewischt und eingeölt werden.

Passend zur Pilzsaison geht es auch um die alte Frage, ob man Pilze mit der Hand oder mit dem Messer erntet. Zegula sagt, das sei eine Glaubensfrage. Wer das Messer nimmt, schneidet unter der Erde ab und deckt die Schnittstelle wieder mit Erde zu, damit sie nicht anfängt zu schimmeln. Mir gefällt, wie nüchtern er über Temperatur, Stahl und Pflege spricht: Ein gutes Messer ist am Ende Handwerk und regelmäßige Pflege.

Quelle: MDR Sachsen

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