Riesenschildkröte Jonathan: 194 Jahre alt und genetisch fit wie ein Jungtier
Manche Meldungen über Reptilien bleiben hängen, und die über Jonathan gehört dazu. Die Aldabra-Riesenschildkröte lebt auf St. Helena, soll 1832 geschlüpft sein und gilt laut einer Studie in »Science Advances« als das älteste bekannte Landtier der Welt. Vor 144 Jahren wurde sie von den Seychellen auf die Insel im Südatlantik gebracht, als Geschenk für den damaligen Gouverneur.
Ein Team unter anderem von der Universität Cambridge und der Kallel Foundation hat nun Gensamples untersucht. Man lockte Jonathan mit Futter, bis er das Maul weit genug öffnete, und nahm Abstriche im Wangenbereich. Blutproben haben die Behörden nicht erlaubt, was ich als Halter von Tieren gut nachvollziehen kann. Verglichen wurden die Proben mit vier weiteren Schildkröten, darunter ein Jungtier und ein zwölf Jahre altes Tier, alle aus menschlicher Obhut.
Das Überraschende: Das Epigenom, also die Markierungen an der DNA, die steuern, welche Gene aktiv sind, ähnelt dem der viel jüngeren Tiere stark. Normalerweise verändert es sich im Alter. Co-Autor Justin Gerlach sagt, die Regulatoren für Energieproduktion und DNA-Reparatur seien bei Jonathan über fast zwei Jahrhunderte unglaublich stabil geblieben. Außerdem fand das Team 287 Genvarianten, die Alterungsprozesse bremsen, indem sie DNA-Schäden reparieren, Entzündungen verringern oder Krebs unterdrücken.
Mich freut daran vor allem, dass hier ein einzelnes, gut betreutes Tier der Forschung dient, und zwar über schonende Abstriche statt Blutproben. Ob sich daraus etwas für den Menschen ableiten lässt, bleibt offen. Für alle, die Schildkröten halten, ist es ein schönes Argument dafür, wie lange diese Tiere uns begleiten können.
Quelle: DER SPIEGEL
Ein Team unter anderem von der Universität Cambridge und der Kallel Foundation hat nun Gensamples untersucht. Man lockte Jonathan mit Futter, bis er das Maul weit genug öffnete, und nahm Abstriche im Wangenbereich. Blutproben haben die Behörden nicht erlaubt, was ich als Halter von Tieren gut nachvollziehen kann. Verglichen wurden die Proben mit vier weiteren Schildkröten, darunter ein Jungtier und ein zwölf Jahre altes Tier, alle aus menschlicher Obhut.
Das Überraschende: Das Epigenom, also die Markierungen an der DNA, die steuern, welche Gene aktiv sind, ähnelt dem der viel jüngeren Tiere stark. Normalerweise verändert es sich im Alter. Co-Autor Justin Gerlach sagt, die Regulatoren für Energieproduktion und DNA-Reparatur seien bei Jonathan über fast zwei Jahrhunderte unglaublich stabil geblieben. Außerdem fand das Team 287 Genvarianten, die Alterungsprozesse bremsen, indem sie DNA-Schäden reparieren, Entzündungen verringern oder Krebs unterdrücken.
Mich freut daran vor allem, dass hier ein einzelnes, gut betreutes Tier der Forschung dient, und zwar über schonende Abstriche statt Blutproben. Ob sich daraus etwas für den Menschen ableiten lässt, bleibt offen. Für alle, die Schildkröten halten, ist es ein schönes Argument dafür, wie lange diese Tiere uns begleiten können.
Quelle: DER SPIEGEL
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