Ich halte seit einigen Jahren Reptilien und sehe oft, wie Anfänger davon träumen, sich gleich etwas Seltenes und Spektakuläres anzuschaffen. Ich sage es gleich: „selten“ bedeutet fast immer „schwierig“. Entweder ist es eine Art, die man selten im Zoofachhandel findet, oder eine, die besondere Bedingungen braucht, oder eine teure, die sogar Beschränkungen unterliegen kann.
Von den Echsen beeindrucken mich die Plattschwanzgeckos (Uroplatus) am meisten — ihre Tarnung als trockenes Blatt ist einfach unglaublich, aber sie sind sehr empfindlich und anspruchsvoll, was Luftfeuchtigkeit und Belüftung angeht. Das Parson-Chamäleon ist eines der größten und langlebigsten, aber seine Haltung ist die absolute Königsdisziplin. Anfängern würde ich raten, mit einem Kronengecko oder einem Blauzungenskink zu beginnen — sie sind viel pflegeleichter.
Bei den Schlangen sind Grüne Baumpythons und Grüne Hundskopfboas wunderschön, aber sie leben auf Bäumen und sind launisch — definitiv nichts für die ersten Schritte. Regenbogenboas in seltenen Morphen werden teuer gehandelt, sind aber im Grunde dieselben Boas mit schönen Schuppen. Eine Geschichte für sich ist die Mata-Mata, eine Wasserschildkröte und Lauerjägerin mit ungewöhnlich flachem Panzer: Sie braucht ein spezielles Aquarium und Lebendfutter.
Das Wichtigste, was ich über die Jahre gelernt habe: Prüft zuerst die Rechtslage — manche Arten sind verboten oder genehmigungspflichtig — und holt euch ein Tier nur von einem verantwortungsvollen Züchter, nicht aus der Natur. Bedenkt auch, dass viele Reptilien jahrzehntelang leben und man sich rechtzeitig einen reptilienkundigen Tierarzt suchen sollte.
Mein Rat: Jagt nicht des Status wegen der Seltenheit hinterher. Sammelt zuerst Erfahrung mit einfachen Arten und wagt euch erst dann an etwas Ungewöhnliches. Dann geht es dem Tier gut, und ihr seid auch entspannter.
Quelle: Тяпа
Das ist eine gute Nachricht für alle, die Reptilien lieben. Laut einer Studie, die am 4. September 2026 in Ecology and Evolution erschien, leben auf dem Atoll Aldabra auf den Seychellen rund 180.000 Riesenschildkröten. Die beste Schätzung liegt bei knapp 183.000 erwachsenen und halbwüchsigen Tieren, eine Zahl, die bei früheren Erhebungen nie erreicht wurde.
Was mich bewegt, ist der Kontrast zur Vergangenheit. Im 19. Jahrhundert hatten Jagd und Ausbeutung den Bestand auf dem Atoll auf unter 1.000 Tiere gedrückt. Aldabra wurde 1981 strenges Naturschutzgebiet und 1982 UNESCO-Welterbe, und Forscher sehen darin eine der großen Naturschutzerfolgsgeschichten des Indischen Ozeans. Die Stabilität zwischen 2018 und 2021 wird auf diesen Schutz und die Ausrottung invasiver Arten zurückgeführt.
Der spannendste Teil ist für mich aber die Methode. Das Team, das mit der Seychelles Islands Foundation und der Universität Exeter zusammenarbeitete, nutzte ein hierarchisches Bayes-Modell, das auch schätzt, wie viele Schildkröten in dichter Vegetation verborgen sind, statt nur die sichtbaren zu zählen. Die Autoren warnen ausdrücklich davor, diese Zahl mit den 100.000 Schildkröten von 1999 zu vergleichen und daraus auf eine Verdopplung zu schließen. Der Unterschied kommt vor allem von einer Methode, die Tiere erfasst, die zuvor übersehen wurden.
Nur zwei Orte der Welt haben noch wild lebende Riesenschildkröten, Aldabra und die Galápagos-Inseln, und Aldabra beherbergt die größte frei lebende Population. Für alle, die sich für Landschildkröten interessieren, ist das eine Erinnerung daran, dass sich der langfristige Schutz eines Lebensraums wirklich auszahlt.
Quelle: Sciencepost
Diese Nachricht dürfte sowohl Reptilienfreunde als auch Geschichtsinteressierte begeistern. Ein internationales Forschungsteam hat eine neue ausgestorbene Krokodilart aus Ägypten beschrieben. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Royal Society Open Science veröffentlicht, die Art erhielt den Namen Herugavialis cairensis.
Sie gehörte zu den Gavialen, also zu Krokodilen mit langer, schmaler Schnauze. Heute leben diese Tiere nur noch in Süßgewässern des indischen Subkontinents und Südostasiens, doch ihre Vorfahren waren einst weltweit verbreitet. Erste Fossilien wurden bereits in den 1920er-Jahren in 45 Millionen Jahre alten Gesteinen der Mokattam-Formation gefunden, darunter ein fast vollständiger Schädel. Lange wurde er wegen der Ähnlichkeit mit dem heutigen Falschen Gavial irrtümlich der Gattung Tomistoma zugeordnet.
Ein Team aus Großbritannien, Schweden, Deutschland und Ägypten unter Leitung von Paul Burke vom Schwedischen Naturhistorischen Museum hat die Einordnung mithilfe der Computertomografie neu untersucht und Schädelmerkmale gefunden, die es von bekannten Arten unterscheiden. Das Kuriose: Dem Exemplar fehlt die Schnauzenspitze, was die Forschenden an die beschädigte Nase der Großen Sphinx erinnerte. Das Monument wurde aus demselben Gestein errichtet, in dem das Fossil gefunden wurde. Deshalb wurde das Tier nach dem Gott Horus benannt, der möglicherweise die Erbauer der Sphinx inspiriert hat, wie Professor Philip Mannion erklärte.
Vor etwa 45 Millionen Jahren war die Region von flachen Meeren bedeckt, in denen mindestens drei Gavialarten lebten. Endgültig verschwanden die Krokodile aus diesem Gebiet vor etwa sechs Millionen Jahren, als das Mittelmeer auszutrocknen begann. Mir gefällt, wie ein alter Museumsfund dank moderner Methoden neues Leben bekommt.
Quelle: MK
Ich habe mich gefreut zu lesen, dass Panama immer neue Schritte zum Schutz der Meeresschildkröten unternimmt. Am Playa Veracruz in der Provinz Panamá Oeste wurde eine Aufzuchtstation eröffnet, in die Nester umgesetzt werden können, die Gefahren ausgesetzt sind, etwa Fressfeinden oder Bedingungen, die ihre Entwicklung beeinträchtigen könnten. So lassen sich die Nester während der gesamten Brutzeit überwachen.
Der Ort wurde von der Stiftung Mi Voz para Tus Ojos und Tierra Náutica geschaffen, unterstützt vom Umweltministerium und dem Servicio Nacional Aeronaval. Den Berichten zufolge ging das Projekt aus mehreren Jahren Arbeit des Umweltprogramms Tortugas de la City hervor, das wissenschaftliche Forschung, Umweltbildung, Schulungen, Patrouillen, die Rettung und Umsiedlung von Nestern sowie Aufklärung in der Gemeinde vereint.
Parallel dazu hat das Umweltministerium im Wildtierschutzgebiet Playa La Barqueta Agrícola 127 Jungtiere der Oliv-Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea) freigelassen. Während der Brutzeit beobachten die Parkwächter die Nistgebiete, erfassen die Nester und begleiten sie bis zum Schlupf. Die Freilassungen erfolgen in den frühen Morgenstunden, damit die Jungtiere auf natürlichem Weg das Meer erreichen und weniger Risiken ausgesetzt sind.
Der stellvertretende Direktor für Küsten und Meere, Marino Ábrego, erinnerte daran, dass der Schutz der Meeresschildkröten nicht die Aufgabe einer einzelnen Person oder Institution ist. Diese Ansicht teile ich, ebenso wie die Forderung der Behörden, die Nistgebiete zu respektieren und keine Eier oder Jungtiere anzufassen. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie Freiwillige, Gemeinden und Institutionen gemeinsam für Reptilien arbeiten können.
Quelle: Infobae
Ein Bericht von Mongabay Indonesia ließ mich beim Scrollen innehalten: Hausgeckos (tokek) werden auf mehreren Marktplätzen offen verkauft. Die Rechercheure fanden mindestens einen Anbieter, der lebende Geckos für jeweils Rp30.500 anbot, bei 493 Stück auf Lager, und dazu Behauptungen über Wirkung bei Ausdauer, Asthma und sogar Krebs. Der Artikel selbst prüft nicht, ob diese Behauptungen stimmen.
Zum rechtlichen Status war die Erklärung des BRIN-Forschers Amir Hamidy zugleich beruhigend und wichtig. Der Tokek steht seit 2019 in Anhang II des CITES-Übereinkommens, doch das heißt nicht, dass er bedroht ist. Auf der Roten Liste der IUCN gilt er als Least Concern. Entscheidend ist, dass der Handel legal ist, die Herkunft nachvollziehbar und der Handel nachhaltig. Dafür braucht es Non-Detriment-Finding-Studien, die auf Bestandserhebungen beruhen.
Für 2026 wurde die Fangquote aus der Wildnis mit der Entscheidung Nr. 254 des Generaldirektors KSDAE aus dem Jahr 2025 festgelegt: insgesamt 2.509.362 Tiere. Der größte Teil, 2.487.750, ist für den Verzehr bestimmt (getrocknete Geckos), 21.612 für Heimtiere. Ostjava erhält mit 480.000 die höchste Verzehrquote. Außerdem gibt es eine Mindestfanggröße von 15 cm Schnauze-Kloake-Länge, während Geckos etwa bei 10 bis 11 cm geschlechtsreif werden. Die gefangenen Tiere haben sich also vermutlich schon mindestens einmal fortgepflanzt.
Am interessantesten fand ich aber den Hinweis von Muhammad Fakhri Fauzan von der IPB University: Ohne neue Erhebungen ist kaum zu sagen, ob die Wildbestände nach Beginn der Quote sicher sind, und die Quote könnte ihre wissenschaftliche Grundlage verlieren. Amir selbst räumte ein, dass sich die Mindestgröße im Feld nicht leicht durchsetzen lässt und die Kontrolle noch verstärkt werden muss.
Als jemand, der die Reptilienwelt verfolgt, sehe ich darin eine Erinnerung daran, dass auch Tiere, die gewöhnlich wirken, Daten brauchen. Wer selbst einen halten möchte, sollte auf nachvollziehbare Herkunft achten.
Quelle: Mongabay Indonesia
Ab und zu erscheint eine Gecko-Studie, die mich daran erinnert, wie viel verborgene Vielfalt in ganz gewöhnlich aussehenden Steinhaufen steckt. Diesen Monat haben Forscher zwei neue Hemidactylus-Arten aus den Distrikten Nalgonda und Warangal im indischen Bundesstaat Telangana beschrieben. Beide gehören zur Hemidactylus-brookii-Gruppe, Murrayi-Klade.
Hemidactylus cairnicola, der "Cairn-Gecko", ist eine mittelgroße Art, die etwa 49 mm Kopf-Rumpf-Länge erreicht. Der Körper ist gedrungen und leicht abgeflacht, der Kopf groß, und auf dem Rücken stehen Reihen gekielter, konischer Höcker. Was ich bezaubernd finde, ist der Lebensraum: Er lebt auf felsigen Aufschlüssen im Buschwald und auf schwarzen Felshaufen direkt neben Feldern und Dörfern. Seine hell- bis graubraune Färbung passt sich dem Stein an, auf dem er sitzt. Tagsüber versteckt er sich in Ritzen, nachts jagt er Insekten. Sein Revier teilt er mit anderen Geckos, Echsen, Agamen und sogar der Indischen Sandboa.
Die zweite Art, Hemidactylus koyaorum, ist nur von ihrer Typuslokalität im Distrikt Warangal bekannt. Genetisch steht sie H. treutleri am nächsten, doch die mitochondrialen ND2-Sequenzen unterscheiden sich um 7,0 bis 13,5 Prozent, und die beiden neuen Arten unterscheiden sich voneinander um etwa 10 Prozent. Das ist eine große Lücke für Tiere, die einander so ähnlich sehen – genau deshalb nennen die Autoren sie kryptisch.
Für alle, die Geckos halten und nachzüchten, ist so eine Geschichte eine gute Erinnerung daran, dass "der gewöhnliche Hausgecko" oft ein ganzer Artenkomplex ist. Beide neuen Tiere sind jeweils nur von einem einzigen Fundort bekannt, sodass die Entdeckung auch Naturschutzfragen aufwirft. Ich hoffe, dass diesen trockenen Plateau-Lebensräumen weitere Untersuchungen folgen.
Quelle: Reptiles Magazine
Der Handel mit exotischen Tieren kommt auf dieser Seite immer wieder zur Sprache, deshalb möchte ich eine aktuelle Meldung teilen. Laut einer Mitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft und Forsten wurden am Zollübergang Kapıkule 67 lebende Pythons beschlagnahmt, die jemand illegal ins Land bringen wollte.
Laut Bericht kontrollierten Teams der Nationalparks und des Naturschutzes Personen, die sich im Zollbereich verdächtig verhalten hatten. Dank der sorgfältigen Arbeit der Teams wurden die Schlangen gefunden. Die beschlagnahmten Tiere stehen nun unter Schutz, und die Rehabilitation hat begonnen.
Was mir an dieser Geschichte nachgeht, ist, dass der Schmuggel von Schlangen über Grenzen hinweg ein ernstes Risiko für Tiere und Menschen ist. Als Terrarianer kann ich nachvollziehen, dass seltene und interessante Arten verlockend wirken. Doch wer ein Tier unbekannter Herkunft kauft, kann die Schmuggelkette am Laufen halten. Deshalb ist meiner Meinung nach der wichtigste Schritt vor dem Kauf einer Art, nach der legalen Herkunft und den Genehmigungen zu fragen.
Ich hoffe, dass wir in den nächsten Tagen erfahren, wie die Rehabilitation der beschlagnahmten Schlangen verläuft.
Quelle: TRT Haber
Manche Meldungen über Reptilien bleiben hängen, und die über Jonathan gehört dazu. Die Aldabra-Riesenschildkröte lebt auf St. Helena, soll 1832 geschlüpft sein und gilt laut einer Studie in »Science Advances« als das älteste bekannte Landtier der Welt. Vor 144 Jahren wurde sie von den Seychellen auf die Insel im Südatlantik gebracht, als Geschenk für den damaligen Gouverneur.
Ein Team unter anderem von der Universität Cambridge und der Kallel Foundation hat nun Gensamples untersucht. Man lockte Jonathan mit Futter, bis er das Maul weit genug öffnete, und nahm Abstriche im Wangenbereich. Blutproben haben die Behörden nicht erlaubt, was ich als Halter von Tieren gut nachvollziehen kann. Verglichen wurden die Proben mit vier weiteren Schildkröten, darunter ein Jungtier und ein zwölf Jahre altes Tier, alle aus menschlicher Obhut.
Das Überraschende: Das Epigenom, also die Markierungen an der DNA, die steuern, welche Gene aktiv sind, ähnelt dem der viel jüngeren Tiere stark. Normalerweise verändert es sich im Alter. Co-Autor Justin Gerlach sagt, die Regulatoren für Energieproduktion und DNA-Reparatur seien bei Jonathan über fast zwei Jahrhunderte unglaublich stabil geblieben. Außerdem fand das Team 287 Genvarianten, die Alterungsprozesse bremsen, indem sie DNA-Schäden reparieren, Entzündungen verringern oder Krebs unterdrücken.
Mich freut daran vor allem, dass hier ein einzelnes, gut betreutes Tier der Forschung dient, und zwar über schonende Abstriche statt Blutproben. Ob sich daraus etwas für den Menschen ableiten lässt, bleibt offen. Für alle, die Schildkröten halten, ist es ein schönes Argument dafür, wie lange diese Tiere uns begleiten können.
Quelle: DER SPIEGEL
Ich bin auf eine spannende Meldung zur Evolution der Reptilien gestoßen und möchte sie teilen. Westlothiana, ein etwa 345 Millionen Jahre altes Fossil, das 1984 in Schottland gefunden wurde, galt jahrzehntelang als das älteste Reptil der Welt. Nun wurde dieses Wissen auf den Kopf gestellt.
Ein Team aus US-amerikanischen und britischen Forschenden nutzte an der Europäischen Synchrotronstrahlungsanlage in Frankreich sehr starke Röntgenstrahlen, um das Innere des zwischen Gesteinsschichten zerdrückten Schädels digital zu rekonstruieren. Dabei fanden sie Knochen, die Kiemen stützten, und ein Maul mit Tausenden winziger Zähne. In den Kiemenknochen sind Rillen von Blutgefäßen erhalten, sodass die Kiemen zu Lebzeiten vermutlich tatsächlich funktionierten.
Westlothiana gehörte also nicht zu den Amnioten, zu denen die Reptilien zählen, sondern zu einer älteren Linie von Vierfüßern, die wie Fische im Wasser lebte oder wie Amphibien zwischen Wasser und Land wechselte. Interessant ist, dass landtaugliche Merkmale wie krallenartige Fingerspitzen schon in diesem Wasserstadium mit Kiemen aufgetreten sind. Dass Smithson, der Paläontologe, der das Fossil 1990 als ältestes Reptil benannte, selbst im Forschungsteam mitarbeitet, finde ich persönlich ehrlich und sympathisch. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht (datiert auf den 30. September 2026).
Wer Reptilien hält, stellt sich oft vor, wie sie vor dem Landgang ausgesehen haben. Diese Entdeckung aktualisiert diese Vorstellung, und zwar samt Schulbüchern.
Quelle: Karapaia
Ich habe eine ausführliche Recherche über den Omanischen Dornschwanz gelesen, die jeder lesen sollte, der Reptilien hält. Was mich aufhorchen ließ: Diese Art mit dem stacheligen Schwanz und dem wüstenangepassten Körper wird heute auf europäischen Tierverkaufsseiten für 700 bis 1.000 Euro pro Tier angeboten.
Der Omanische Dornschwanz ist ein Endemit Omans, lebt also natürlicherweise nur dort auf einem begrenzten Gebiet. Er gräbt Röhren in den Boden und verbringt einen großen Teil seines Lebens darin. Der Bericht erwähnt, dass eine Studie des deutschen Herpetologen Thomas Wilms aus dem Jahr 2002 schätzte, dass vor 1998 weniger als dreißig Exemplare der Wissenschaft bekannt waren. Wilms dokumentierte außerdem erstmals die Nachzucht in Gefangenschaft, und damit begann die Geschichte des Handels.
Beunruhigend ist das sogenannte "Source Laundering", also das Waschen der Herkunft. Ein Bericht der deutschen Organisation Pro Wildlife wies auf eine Lücke hin zwischen den wenigen offiziell von Oman gemeldeten Exporten und den deutlich höheren Zahlen in europäischen und US-Registern, die als "in Gefangenschaft nachgezüchtet" geführt werden, darunter 182 Tiere in den USA, 130 in der Schweiz und 120 in den Niederlanden. Geschmuggelte Tiere könnten also in den Zuchtbestand gelangen und dann so verkauft werden, als stammten sie aus Gefangenschaftszucht.
Die Umweltbehörde Omans beschreibt die Echse als endemische Art von hoher ökologischer Bedeutung und als wichtigen Indikator für die Gesundheit trockener Ökosysteme. Meiner Meinung nach rechtfertigen Seltenheit und Schönheit allein keinen Kauf. Wer eine seltene Art haben möchte, sollte zuerst fragen, woher das Tier stammt und wie seine rechtliche Herkunft dokumentiert ist.
Quelle: Al Jazeera Net
Eine Untersuchung aus Rio de Janeiro hat mich zum Nachdenken gebracht, wie stark Plastikmüll sogar die Mikroorganismen beeinflusst, die im Körper mariner Reptilien leben. Die Studie am Strand von Itaipu in Niterói verglich die Bakterien von Grünen Meeresschildkröten (Chelonia mydas) mit denen, die sich auf Plastikstücken, im Meerwasser und auf den Algen der Region fanden.
Das Ergebnis überraschte: Die Bakterien der Schildkröten ähnelten eher denen auf dem Plastik als denen auf den Algen, ihrer Nahrung, oder denen im Wasser. Laut dem Forscher Filipe Berbeti von der Bundesuniversität Fluminense ging die Fachliteratur davon aus, dass das Mikrobiom eines Tieres eher dem seiner Nahrung ähneln sollte. Sieben Bakterientypen kamen auch im Plastikmüll vor, darunter Vibrio, Pseudomonas, Bacillus, Staphylococcus, Streptococcus, Chryseobacterium und Clostridium.
Zu diesen Gruppen gehören Arten, die bei Tieren und Menschen Krankheiten auslösen können. Der Forscher betont jedoch, dass keine Analyse diese Bakterien mit Krankheiten bei den Schildkröten in Verbindung bringt und dass nur eine Bestimmung auf Gattungsebene möglich war. Deshalb lasse sich nicht sagen, dass eines davon pathogen wirkte. Die Studie nutzte fünf Schildkröten, die vom Projekt Aruanã gesammelt wurden, das sich für den Schutz der Guanabara-Bucht einsetzt. Sie wurde im August in der Zeitschrift Environmental Pollution veröffentlicht.
Ich fand die Ehrlichkeit der Autoren über die Grenzen ihrer Arbeit gut. Für alle, die sich für Reptilien interessieren, ist es eine Erinnerung daran, dass Schildkröten auf ihren Wanderungen auch marine Bakterien verbreiten können.
Quelle: Super / Agência Brasil