Ich mache seit ein paar Jahren Tischlerarbeiten und bin neulich auf einen Beitrag gestoßen, der mir endlich Klarheit verschafft hat. Das Wichtigste, was ich mitgenommen habe: Ein gutes Werkstück steht auf drei Säulen – dem richtigen Holz mit kontrollierter Feuchtigkeit, durchdachten Verbindungen und ruhiger Präzision bei jedem Arbeitsschritt.
Das Thema Feuchtigkeit war für mich eine Offenbarung. Früher habe ich Bretter einfach „so wie sie sind“ genommen und mich dann gewundert, warum sich die Tischplatte verzieht. Wie sich herausstellt, braucht man Material mit 8–12 % Holzfeuchte, die Zuschnitte sollten 5–10 Tage auf Stapelleisten ruhen, und in der Werkstatt sollte die Luftfeuchtigkeit bei 45–55 % liegen. Hirnholz, Jahresringe und Drehwuchs verraten über ein Brett mehr als schöne Fotos.
Bei den Verbindungen ist mir alles klar geworden: Leim verklebt keine Hohlräume, sondern passgenaue Verbindungen – Schlitz und Zapfen, Schwalbenschwanz, eingesetzter Zapfen. Die Schraube ist nur eine zusätzliche Fixierung. Besonders gemerkt habe ich mir: Zwingen nicht zu fest anziehen, sonst wird der Leim herausgepresst und die Fuge „bewegt sich“ nach einem Jahr.
Und Präzision bedeutet: eine Bezugsfläche, ein einziges Messwerkzeug für die gesamte Baugruppe und Anreißen mit dem Messer statt mit dem Bleistift. Bei der Oberfläche – Schleifen in Stufen von 80→220 und Öl, wenn man das lebendige Holz erhalten möchte. Langweilige Regeln, aber sie funktionieren über Jahre.
Quelle: TimberCraft
Das 75. Okawa-Holzhandwerksfest findet vom 10. bis 12. Oktober in der Stadt Okawa in der Präfektur Fukuoka statt, drei Tage lang von 9 bis 17 Uhr. Veranstaltet wird es vom Festkomitee, und es findet jedes Jahr etwa zu dieser Zeit statt.
Zu den Veranstaltungsorten gehört unter anderem das Okawa Sangyo Kaikan, wo rund 10.000 Möbelstücke ausgestellt und verkauft werden, die von Handwerkern aus der Stadt und der Umgebung gefertigt wurden. Im Okawa Sangyo Kaikan stellen etwa 130 Möbelhersteller und andere aus, mit Tischen, Sofas, Betten und mehr zu Sonderpreisen.
Was mir besonders auffällt, ist der Workshop. Im Kinderbetreuungs- und Familienzentrum „Mokkaland“ und an anderen Orten kann man sich von Möbel- und Innenausbau-Handwerkern beraten lassen und dabei Kumiko-Untersetzer oder einen Stuhl selbst bauen. Wie Holz in den Händen eines Handwerkers ineinandergreift zu lernen, klingt auch für Leute, die gar kein Möbelstück kaufen wollen, nach Spaß.
Rund 1.800 kostenlose Parkplätze stehen im Rathaus, auf dem Okawa-Chuo-Parkgelände und an weiteren Orten zur Verfügung, und Shuttlebusse verkehren zwischen den Veranstaltungsorten und Orten wie dem Bahnhof Nishitetsu Yanagawa. Auskünfte erteilt das Sekretariat des Komitees unter 0944-87-2101. Das Komitee lädt zum Besuch ein: Die Veranstaltung soll sowohl Möbelkäufer als auch alle anderen begeistern.
Quelle: 福岡ふかぼりメディア ささっとー
Ich habe einen Bericht über Enrique Mehring gelesen, einen Tischler aus Esperanza in der Provinz Santa Fe, der unter Zeitdruck an einem Sessel für Papst Leo XIV. arbeitet. Er wird bei der Messe in der Basilika von Luján verwendet, während der Papst am 8. November Argentinien besucht.
Der Auftrag kam über Freunde aus Luján, und vor etwa zwei Wochen hat er mit dem Bau begonnen. Als Vorlage hatte er nur ein Foto und ein paar Maße; das Foto war nur zur Orientierung gedacht, um zu sehen, ob er etwas Ähnliches hinbekommt. „Ich habe es Schritt für Schritt gebaut, während ich die Dinge gemacht habe“, sagte er. Das beschreibt meiner Meinung nach gut, wie ein Handwerker arbeitet: Man löst im Moment, was die Zeichnung nicht sagt.
Das Möbelstück ist 1,25 Meter hoch und aus Guatambú- und Paraíso-Holz in einem handwerklich gefertigten nordischen Design gebaut. Es wird mit weißem Cord bezogen und mit goldenen Details veredelt. Das Gestell steht bereits; es fehlen noch der Lack, die Polsterung und die letzten Feinheiten, und Enrique ist zuversichtlich, rechtzeitig fertig zu werden.
Enrique entwirft und baut normalerweise Stühle, Sessel und Tische, deshalb war der Auftrag für ihn nicht besonders kompliziert. Was ihn am meisten bewegt, ist der Gedanke, dass ein in Esperanza gefertigtes Stück als Erinnerung an den Besuch in Argentinien bleibt. Das Unternehmen, für das er arbeitet, hat übrigens eine Geschichte von 74 Jahren.
Quelle: TN
In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Pierluigi Ghianda zum hundertsten Mal. Der Kunsttischler wurde 1926 in Bovisio Masciago geboren, starb 2015 und ist allen als der „Dichter des Holzes“ in Erinnerung. Il Giorno berichtet, wie seine Heimatstadt ihn würdigt.
Mich beeindruckt seine Auffassung vom Schreinerhandwerk: Er arbeitete mit Verbindungen statt mit Nägeln, denn Holz, so sagte er, dürfe nicht „verletzt“ werden. Er arbeitete mit großen Namen des Designs zusammen, darunter Gae Aulenti, Cini Boeri, Gianfranco Frattini, Ettore Sottsass und Vico Magistretti, sowie mit mehreren Modehäusern.
Das Programm ist Teil von Ville Aperte in Brianza. Abends um 21 Uhr wird im Bürgerzentrum in der Via Leonardo da Vinci 6 das Jubiläumsbuch „Il Ghianda 100“ vorgestellt, unterstützt von APA Confartigianato Imprese Milano, Monza e Brianza. Am folgenden Tag gibt es um 9:30 und um 11 Uhr geführte Besuche des Fonds Pierluigi Ghianda, den seine Töchter gestiftet haben und der in der Stadtbibliothek Alda Merini aufbewahrt wird; organisiert von Baule Verde APS. Am Nachmittag um 16 Uhr findet ein Kunstworkshop für Kinder von 6 bis 10 Jahren mit dem Titel „Um einen Baum zu machen“ statt.
Für alle, die Handarbeit lieben, ist das eine schöne Erinnerung: Hinter einem gut gemachten Möbelstück stecken Respekt vor dem Material und jahrelange Geduld.
Quelle: Il Giorno
Ich habe die Geschichte des Holzhandwerkers Semjon Klütschanzew aus Krasnojarsk gelesen und wollte sie hier nacherzählen. Er wurde in Taimyr im Dorf Nosok geboren, zog mit 18 nach Krasnojarsk und lernte dort den Beruf des Ingenieurs für künstlerische Materialverarbeitung. Nach dem Militärdienst suchte er lange Arbeit, half dann beim Schleifen von Skulpturen für die Universiade und machte sich ein Jahr später selbstständig; er mietete eine Ecke in einer Werkstatt. Sein erster Geldgeber war der Vater, der ihm 50.000 Rubel für Maschinen gab.
Anfangs fertigte Semjon Setzkästen für Setzlinge und Geschirr für Restaurants, später Möbel; mit Beginn der Pandemie blieben die Aufträge aus. Vor etwa sieben Jahren baute er den ersten Prototyp eines Holzvogels, an dem er nach eigenen Worten vier Tage in der Werkstatt saß. Ein zweiter Vogel mit beweglichen Flügeln gewann einen Meisterwettbewerb eines Werkzeugherstellers, der Preis war eine Maschine. 2020 schuf er auf dem Judin-Platz am Kacha-Ufer ein Kunstobjekt: 60 Vögel, an Bäumen aufgehängt.
Jetzt verlagert seine Marke Sastrug den Schwerpunkt von Möbeln zu Spielzeug. Vor neun Monaten wurde Semjon Vater einer Tochter, und für Babys gibt es nun den Vogel „Wesnjanka“, der über dem Bettchen hängt. Seine Frau Wiktoria kümmert sich um Geschäft und Kundschaft; nach seinen Worten stiegen die Einnahmen nach der Hochzeit.
Mir gefällt der Gedanke des Meisters: Der Baum ist 90 Jahre gewachsen, also sollte das Ding daraus mindestens so lange halten. Schön ist es, wenn ein Mann, der teure Tische baute und knapp lebte, eine Arbeit findet, in der Handwerk und Familie zusammengehen.
Quelle: V1.ru (NGS24.RU)
Beim Lesen über die WorldSkills in Shanghai blieb ich bei dem finnischen Tischler Alexander Häggman aus Ostbottnien hängen. Der Wettbewerb, bereits der 48. seiner Art, fand vom 23. bis 27. September statt und versammelte rund 1.400 junge Menschen aus über 70 Ländern in 64 Berufsfeldern. Finnland schickte 23 Teilnehmer und kehrte mit einer Goldmedaille und acht Medals of Excellence zurück.
Häggman hat seine Ausbildung bei Optima in Jakobstad absolviert und arbeitet heute bei DetailWorks in Nykarleby. Im Fach Möbeltischlerei werden Verbindungen, das Umsetzen von Zeichnungen, die Materialwahl sowie Oberfläche, Funktion und Stil des Möbelstücks bewertet. Er hatte zuvor die finnische Meisterschaft in Gold gewonnen und war 2025 bei der Europameisterschaft in Dänemark Fünfter geworden. Die Vorbereitung begann über zwei Jahre vor dem Wettbewerb, mit Training in Eigenregie, Teamtraining, Lagern und einer Generalprobe in Villmanstrand.
Die Aufgabe war ein traditioneller chinesischer Teeschrank mit einem herausnehmbaren Servierbrett, verziert mit einem lasergeschnittenen Pferd aus dünnem Furnier, um das Jahr des Pferdes zu feiern. Etwa eine Stunde nach Beginn stellte die fiktive Kundschaft einen zusätzlichen Wunsch: eine Aufbewahrungsbox für das Brett. Die Pläne mussten also spontan geändert werden.
Er belegte von 25 Teilnehmern den fünften Platz, fünf Punkte hinter Bronze, und erhielt eine Medal of Excellence. Gold ging an Tobias Kelz aus Deutschland mit 731 Punkten, Silber an Qi Sheng Chen aus Taipeh mit 730 und Bronze an Jonas Wenter aus Südtirol mit 727. Der französische Experte bot ihm sogar eine Stelle in Frankreich an. Ich finde, es sagt viel über das Niveau des Handwerks aus, wenn wenige Punkte über die Medaillenplätze entscheiden.
Die nächsten WorldSkills finden 2027 in Düsseldorf statt.
Quelle: Tekijä-lehti
Auf Merkur online habe ich ein schönes Gesellenstück entdeckt: Der 21-jährige Finn Hoppmann aus München hat seinen Schreibtisch aus Eiche abgeliefert. In der Brucker Sparkasse an der Hauptstraße werden die Arbeiten der angehenden Schreiner seit einigen Jahren einen Monat lang ausgestellt, und Hoppmann hat seines gerade dort angeliefert.
Sein Weg zum Handwerk war nicht geradlinig: Nach der Realschule leistete er ein Jahr Bundesfreiwilligendienst beim THW, besuchte die FOS, arbeitete ein Jahr in der IT-Branche und begann dann eine Zimmerer-Ausbildung. Schließlich wechselte er in die Schreinerlehre, was er nach eigener Aussage bis heute nicht bereut.
Ausgebildet wurde er bei der Lindinger Holztechnik GmbH in Germering. Dort baute er neben Arbeiten im Messebau auch massive Badmöbel aus Eiche. Auch beim Gesellenstück setzte er auf Eiche: Der Schreibtisch sollte zeitlos, aber handwerklich anspruchsvoll sein. Verkauft wird er nicht, er soll Hoppmann an die Lehrzeit erinnern.
Sein Betrieb hat ihn übernommen. Mit der Meisterschule will er sich noch Zeit lassen, erst möchte er rund fünf Jahre Berufserfahrung sammeln. Dem Handwerk will er treu bleiben, weil es einen sicheren Arbeitsplatz verspricht. Mir gefällt, dass er sein Gesellenstück behält, ein Möbel, das nicht für den Markt, sondern für die eigene Erinnerung gebaut wurde.
Quelle: Merkur
Kürzlich habe ich einen Bericht über die Feinholzbearbeitung bei den 48. WorldSkills gelesen, und er hat mich bewegt. Ou Zu’an von der Guangzhou Light Industry Technician School gewann Gold und half dem chinesischen Team, in dieser Disziplin einen „Dreifachsieg“ zu erreichen.
Feinholzbearbeitung ist ein Blindwettbewerb: Die Teilnehmer erhalten die offiziellen Zeichnungen erst 45 Minuten vor dem Start. Diesmal wurde erstmals eine rein dreidimensionale Modulaufgabe eingeführt: Die Teilnehmer mussten die Treppe eines Holzhauses bauen, mit geraden Zapfen, Schwalbenschwanz- und innenliegenden Verbindungen. Am ersten Tag wurde ein Maßfehler in der offiziellen Zeichnung entdeckt, deshalb wurden alle Zeiten zurückgesetzt und alle mussten neu beginnen. Ou dachte zunächst, er habe selbst falsch gezeichnet, und war verunsichert, bis er sicher war, dass der Fehler nicht seiner war, und sich wieder fing.
Er vollendete alle Module in 4 Tagen und 22 Stunden. Sein Werk ist eine massive Holztreppe mit Geländer, ohne Nägel und Schrauben, allein durch Verzapfung zusammengehalten. Für die volle Punktzahl durften die Fugen der Treppe höchstens 0,2 Millimeter breit sein, etwa die Dicke von zwei A4-Blättern. Bei der Prüfung blieben mehrere Außenfugen innerhalb von 0,2 Millimetern, an manchen Stellen passte nicht einmal eine Fühllehre hinein.
Er kam 2021 ins Holzbau-Team und begann mit Säge, Hobel und Stemmeisen; die Grundlagen übte er etwa ein Jahr lang. Die Treppe war seine Schwachstelle, denn sie verlangt gutes räumliches Denken und viele Winkel- und Trigonometrieberechnungen. Sein Trainer Huang Bolin war Goldmedaillengewinner in der Feinholzbearbeitung bei den 47. WorldSkills und sagte, die Aufgabe dieses Jahres sei völlig geheim gewesen und deutlich schwerer geworden.
Am meisten gefällt mir dieses Detail: Egal wie präzise ein Werk ist, es entsteht Schritt für Schritt aus dem einfachsten Sägen, Hobeln und Stemmen. Ou erklärte, er werde sich weiter mit dem Holzhandwerk beschäftigen und seine Erfahrungen an jüngere Kollegen weitergeben.
Quelle: 广州日报新花城 (Guangzhou Daily, Xinhuacheng)
Die fünfte Ausgabe der Holzhandwerk-Messe Handworks fand am Samstag, dem 5. September, in den Amana Colonies im US-Bundesstaat Iowa statt. Laut KCRG hielt die Hitze die Menschen nicht ab. Besucher und Aussteller fanden alle Wege, sich abzukühlen.
Nate Homolka, ein Holzhandwerker aus Cleveland im Bundesstaat Ohio, sagte, er habe sich erst an die Hitze in Iowa gewöhnen müssen. Deshalb habe er Trinkwasser zur Priorität gemacht und die größte Wasserflasche mitgebracht, die man sich vorstellen könne. Ohne die schattigen Zelte der Aussteller, fügte er hinzu, wäre er wohl auf die Suche nach einer Klimaanlage gegangen.
Sonja Parsons, die in Iowa lebt, kam früh am Morgen mit ihrer Familie, um die heißeste Tageszeit zu meiden. Im Fest Hall benutzten sie das Veranstaltungsprogramm als Fächer. Sie schätzte besonders das praktische Holzarbeiten für ihre Kinder.
Was mir an dieser kleinen Geschichte gefällt, ist ihre Alltäglichkeit: eine Handwerksmesse, ein heißer Samstag und Menschen, die trotzdem kamen, um Werkzeuge und Holzarbeiten aus nächster Nähe zu sehen. Das zeigt, dass echtes Interesse an handgemachter Holzarbeit besteht, selbst wenn das Wetter nicht mitspielt.
Quelle: KCRG
Popular Woodworking hat eine Serie gestartet, in der ein alter Stanley-Blockhobel Nr. 220 wieder in Form gebracht wird. Der erste Teil ist ein praktischer Beitrag über einen Schritt, den viele auslassen: das Planen der Sohle.
Der Autor, Yoav Liberman, hat den Hobel wenige Wochen vor dem Schreiben geschenkt bekommen. Ein hölzerner vorderer Knauf und eine Hebelkappe aus Aluminiumdruckguss deuten auf die 1960er oder 70er Jahre hin. Er hat eine Tiefenverstellung nach vorne und hinten, aber keinen seitlichen Verstellhebel, und die Sohle war nach jahrelanger unsachgemäßer Benutzung stark gewölbt. Er liefert auch etwas Hintergrund: Der Nr. 220 hat einen Anstellwinkel von 20 Grad und kein verstellbares Maulplättchen, der Nr. 9 1/2 hat denselben Winkel mit verstellbarem Maul und seitlicher Verstellung, und der Nr. 60 1/2 hat einen Anstellwinkel von 12 Grad mit denselben Premium-Funktionen.
Die Methode ist einfach. Man prüft die Sohle mit einem Haarlineal gegen ein Fenster oder anderes indirektes Licht. Dann setzt man das Eisen ein, zieht es ganz zurück und zieht die Hebelkappe auf die übliche Arbeitsspannung an, denn beim Läppen eines leeren Gehäuses würde das Gusseisen beim späteren Anziehen der Kappe nachgeben und seine Form verändern. Man läppt auf einem 120er Diamantstein mit Wasser, dreht den Hobel immer wieder um und wischt die Sohle ab, um das Kratzmuster zu sehen. Danach geht es auf die 220er-Seite und zum Abschluss auf die 360er-Seite eines doppelseitigen Steins.
Besonders gut gefällt mir das realistische Ziel. Spitze, Ferse und die Flächen direkt vor und hinter dem Maul müssen in einer Ebene liegen, kleine Vertiefungen an anderen Stellen spielen keine große Rolle. Deshalb hörte er auf, als etwa 95 Prozent der Sohle gleichmäßig geläppt waren. Ohne Diamantsteine, merkt er an, kann auch Nassschleifpapier, auf eine Granitplatte oder einen Tischkreissägen-Flügel geklebt, den Job erledigen.
Teil 2 zu Eisen und Maul steht noch aus, und ich werde gespannt darauf warten.
Quelle: Popular Woodworking
Ich habe eine lange Recherche über die Möbelherstellung in Damiette gelesen. Was mich dabei beeindruckt hat: Ein Handwerk, das die Handwerker von ihren Großvätern übernommen haben, entwickelt sich zu einem vollständigen Industriesystem. Die Möbelstadt Damiette liegt im Gebiet Shata im Nildelta, dort, wo die internationale Küstenstraße auf die Straße Port Said–Damiette trifft. Sie erstreckt sich über rund 331 Feddan und gilt als erste und größte auf Möbel und verwandte Industrien spezialisierte Industriezone im Nahen Osten.
Die Stadt umfasst 54 Hallen mit etwa 1.348 Fabriken und Werkstätten, dazu ein Zentrum für Möbeltechnologie, zentrale Werkstätten für kleine Handwerker, Geschäfte, Verwaltungsgebäude, eine Bank, eine Polizeistation, eine Feuerwache und eine Arztpraxis. Die Idee ist, dass ein Handwerker fast alles, was er braucht, an einem Ort findet, von der Werkstatt bis zum Marketing.
Die Flächen sind nach Größe gestaffelt. Es gibt 75 spezialisierte Fabriken mit 1.000 bis 10.000 Quadratmetern, während eine kleine Werkstatt zwischen 100 und 150 Quadratmeter groß ist. Kleine und mittlere Werkstätten belegen etwa 72,1 Feddan, große Fabriken rund 50 Feddan, der Ausstellungskomplex etwa 20,9 Feddan und der Komplex für ergänzende Industrien etwa 9,76 Feddan, zu dem Klebstoffe, Farben, Schwämme und Zubehör gehören.
Laut Recherche stützt sich die Vision auf das Dokument zum wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsplan, das Planungsminister Ahmed Rostom vorgelegt hat und das beide Kammern des Parlaments gebilligt haben. Ziel sind Ausbau und Export und die Entwicklung von „Damiette-Möbeln“ von einem bekannten Namen zu einer ägyptischen Marke, die auf regionalen und globalen Märkten konkurriert. Dass traditionelle Holzarbeit so viel Aufmerksamkeit bekommt, freut mich, und ich hoffe, dass handwerkliches Können im Zentrum dieser Entwicklung bleibt.
Quelle: Youm7