Ameisen verwandeln Kohlendioxid in einen „Panzer“
Ameisen überraschen uns oft, doch diese Meldung handelt von Chemie statt von Verhalten. Sericomyrmex amabilis, ein Verwandter der Blattschneiderameisen aus Mittel- und Südamerika, gibt einen Teil seines Kohlendioxids über die Belüftung aus dem Nest ab und wandelt einen anderen Teil in eine mineralische Schicht auf seinem Außenskelett um.
Ähnliches war schon bekannt. 2020 beschrieben Cameron Currie von der Universität Wisconsin-Madison und Kollegen einen biomineralen Panzer bei Acromyrmex echinatior und brachten ihn mit Bakterien der Gattung Pseudonocardia in Verbindung. Die neue Arbeit berichtet, dass bei Sericomyrmex amabilis bisher keine symbiotischen Bakterien gefunden wurden. Sollte sich das bestätigen, wäre diese Art das erste bekannte Tier, das ein Gas ohne bakterielle Hilfe in ein Mineral umwandelt.
Die Forschenden setzten stabile Kohlenstoffisotopen-Markierung, Nanoskalen-Sekundärionen-Massenspektrometrie und Festkörper-NMR mit Kohlenstoff-13 ein. Dabei stellte sich heraus, dass die Schicht Dolomit enthält, ein Mineral, das sich im Labor nur schwer herstellen lässt. Für die Synthese von gut geordnetem Dolomit sind meist Drücke und Temperaturen von mehreren hundert Grad nötig, und in der Natur entsteht es über Tausende bis Millionen Jahre.
Die Ameisen dagegen bilden teilweise geordneten Dolomit schnell und bei niedrigen Temperaturen. Der Mechanismus ist noch unbekannt. Diese Biomineralisation löst gleich zwei Probleme: Sie verstärkt den Panzer und entfernt überschüssiges CO₂ aus dem Nest.
Wichtig ist ein Vorbehalt: Die Arbeit wurde auf dem Preprint-Server bioRxiv veröffentlicht und ist noch nicht begutachtet, die Ergebnisse sind also vorläufig. Umso spannender wird es, die weitere Entwicklung zu verfolgen.
Quelle: Naked Science
Ähnliches war schon bekannt. 2020 beschrieben Cameron Currie von der Universität Wisconsin-Madison und Kollegen einen biomineralen Panzer bei Acromyrmex echinatior und brachten ihn mit Bakterien der Gattung Pseudonocardia in Verbindung. Die neue Arbeit berichtet, dass bei Sericomyrmex amabilis bisher keine symbiotischen Bakterien gefunden wurden. Sollte sich das bestätigen, wäre diese Art das erste bekannte Tier, das ein Gas ohne bakterielle Hilfe in ein Mineral umwandelt.
Die Forschenden setzten stabile Kohlenstoffisotopen-Markierung, Nanoskalen-Sekundärionen-Massenspektrometrie und Festkörper-NMR mit Kohlenstoff-13 ein. Dabei stellte sich heraus, dass die Schicht Dolomit enthält, ein Mineral, das sich im Labor nur schwer herstellen lässt. Für die Synthese von gut geordnetem Dolomit sind meist Drücke und Temperaturen von mehreren hundert Grad nötig, und in der Natur entsteht es über Tausende bis Millionen Jahre.
Die Ameisen dagegen bilden teilweise geordneten Dolomit schnell und bei niedrigen Temperaturen. Der Mechanismus ist noch unbekannt. Diese Biomineralisation löst gleich zwei Probleme: Sie verstärkt den Panzer und entfernt überschüssiges CO₂ aus dem Nest.
Wichtig ist ein Vorbehalt: Die Arbeit wurde auf dem Preprint-Server bioRxiv veröffentlicht und ist noch nicht begutachtet, die Ergebnisse sind also vorläufig. Umso spannender wird es, die weitere Entwicklung zu verfolgen.
Quelle: Naked Science
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