Als ich die Nachricht las, dass die Online-Spieleplattform KK einen Bereich „Retro-Emulator“ gestartet hat, in dem man Hunderte Arcade- und NES-Spiele kostenlos spielen kann, hätte ich an meinem Schreibtisch fast laut aufgeschrien. Contra, The King of Fighters, die Kunio-kun-Reihe, Metal Slug, Knights of Valour, Snow Bros., Battle City … Sobald diese Namen auftauchten, waren alle Kindheitserinnerungen wieder da.
Am schlimmsten war es als Kind, mit den Münzen in der Faust in der Spielhalle anzustehen und so lange nachzuwerfen, bis die Taschen leer waren. Jetzt gibt es auf der Plattform einfach „unendlich Credits“, ein Klick und es läuft – mit Speicherständen, Pause und Tastenbelegung, sogar der Look alter Röhrenfernseher wird nachgebildet. Die Spiele, die ich damals nie durchgespielt habe, kann ich mir jetzt endlich zurückholen.
Am meisten berührt hat mich der Satz „Lade dein jüngeres Ich ein“. Wenn ich daran denke, wie wir die Famicom-Module immer wieder angepustet haben, und wie ich mit dem Besitzer verhandelt habe, um noch ein bisschen länger spielen zu dürfen – das ist zugleich komisch und voller Nostalgie. Für die Leute heute ist alte Hardware wie das Famicom oder Arcade-Automaten vielleicht nur ein ROM im Emulator, aber für unsere Generation war sie die ganze Jugend.
Ich habe beschlossen, es am Wochenende zu installieren und Battle City und Contra noch einmal durchzuspielen. Sozusagen eine Abschlusszeremonie, die ich mir selbst mit zwanzig Jahren Verspätung gönne.
Quelle: 3DMGame
Retro Dodo berichtet über ein Bastelprojekt, das ich herrlich eigensinnig finde: ein Handheld, das echte Atari-2600-Module abspielt, mit einem eingebauten richtigen Bildschirm und ganz ohne Emulation. Es heißt µTari Go (Mikro-Tari) und stammt von Nick Bild, der die Atari 2600 schon früher auf eine voll funktionsfähige Platine verkleinert hatte, die etwa dreimal kleiner ist als das Original.
Das Handheld nutzt den originalen 6507-Prozessor ganz ohne FPGA und spielt auf einem 4-Zoll-Röhrenbildschirm. Alles, was man für eine Heimkonsolen-Sitzung braucht, steckt darin: eingebaute Bedienelemente, Lautsprecher, Audioverstärker und ein Modulschacht, alles in einem 3D-gedruckten Gehäuse. Die Stromversorgung läuft über eine externe 12-V-Buchse, sodass man es mit einer Powerbank auch unterwegs nutzen kann. Die Dateien sind auf GitHub verfügbar, und die Meldung verbreitete sich zuerst über Hackaday.
Was mir hier gefällt, ist der Geist des Projekts. Viele moderne Handhelds kopieren die Optik klassischer Hardware per Software-Emulation, doch dieses Gerät stellt das alte Silizium und die alten Module in den Mittelpunkt. Der Autor weist außerdem darauf hin, dass ModRetros Chromatic das Interesse an Game-Boy-Neuerscheinungen neu entfacht hat, und fragt sich, ob ein Gerät wie dieses Leute dazu bringen könnte, auch neue Atari-Spiele zu entwickeln. Es ist kein poliertes Produkt, aber als Modding-Projekt zeigt es, wie viel Spaß alte Hardware noch macht.
Quelle: Retro Dodo
Atari hat zusammen mit Plaion eine moderne Neuauflage des 800XL entwickelt, eines der ältesten Heimcomputer des Unternehmens, wie SweClockers berichtet. Das Original erschien 1983 als dritte Version des 8-Bit-Computers von Atari. Es hatte 64 KB Arbeitsspeicher und die gleichen Komponenten wie der Atari 400 und 800, steckte aber in einem kleineren Gehäuse und hatte eine bessere Tastatur.
Die neue Version sieht dem Original fast identisch, inklusive der mechanischen Tastatur. Im Inneren stecken moderne Komponenten, auf der Rückseite gibt es Anschlüsse wie USB und HDMI. Der mitgelieferte Joystick ist eine aktualisierte Variante des klassischen Atari-Modells und hat acht Schnellfeuertasten.
Das Gerät kommt mit 25 Klassikern, darunter Asteroids und Centipede. Originalmodule für Atari 400 und 800 sollen direkt über den eingebauten Anschluss laufen, Programme lassen sich von einem USB-Stick laden, und eigene Programme in BASIC kann man weiterhin schreiben.
Die Vorbestellung kostet 220 Dollar, etwa 2 750 schwedische Kronen, die Auslieferung soll im April 2027 beginnen. Ich finde gut, dass man sich für Tastatur und BASIC entschieden hat, statt einfach noch eine Mini-Konsole zu veröffentlichen. Für alle, die sich an Heimcomputer der 80er erinnern, ist das eine nostalgische, aber dennoch praktische Rückkehr.
Quelle: SweClockers
Retro Dodo hat seinen Test des Evercade Nexus veröffentlicht, eines Handhelds, das weiterhin mit physischen Modulen läuft. Es kostet 199 $ / 169 £ / 199 € und soll Ende Oktober 2026 erscheinen, gebündelt mit einem Banjo-Kazooie-Doppelpack, der laut dem Tester speziell für das Nexus gemacht wurde.
Die Ausstattung ist für den Preis solide: ein 5,89 Zoll großes IPS-Display mit 840x512 Pixeln und über 500 Nits, ein Quad-Core-Prozessor mit 1,5 GHz, 512 MB RAM, ein 5000-mAh-Akku, Wi-Fi 6, Dual-Joysticks mit L3/R3-Klick, USB-C-Ladeanschluss und eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse. Einen HDMI- oder anderen Videoausgang gibt es nicht, auch keine Ruhemodus-Funktion.
Der Tester vergibt insgesamt 9 von 10 Punkten und lobt besonders das Display (9,5), die Bedienung und die Emulationsqualität einschließlich des originalgetreuen Slowdowns. Evercade hat über 80 lizenzierte Module, die jeweils 20 bis 40 $ kosten.
Es gibt auch echte Nachteile. Die Menütaste hängt etwa jedes vierte Mal, drahtloser Ton hat rund eine halbe Sekunde Latenz, einige Neo-Geo-Module flackern beim Start kurz grün, der Start dauert über 30 Sekunden und die Akkulaufzeit liegt bei etwa 3 bis 5 Stunden. Außerdem haben die Trigger wenig Hub.
Ich finde die Idee eines Handhelds, das um physische, lizenzierte Module herum gebaut ist, erfrischend in einer Zeit voller Emulationsboxen. Der Tester erwartet, dass Software-Updates die wichtigsten Fehler beheben, und ich warte diese Updates ab, bevor ich mir selbst ein Urteil bilde.
Quelle: Retro Dodo
Atari bringt eine moderne Neuauflage seines 8-Bit-Computers 800XL heraus, der vor 43 Jahren debütierte. Darüber berichtet 3DNews unter Verweis auf The Verge. Das Projekt entsteht gemeinsam mit dem Publisher Plaion, und zuvor hatte das Unternehmen bereits die Konsole Atari 2600 und die Mattel Intellivision wiederbelebt.
Das neue Gerät sieht dem Original fast identisch, inklusive der mechanischen Vollbreiten-Tastatur. Wie früher lassen sich eigene Programme in Atari BASIC schreiben. Es gibt einen Modulschacht, der mit den meisten Spielen der Serien Atari 400, 800, XL und XE kompatibel ist, und Programme lassen sich auch von einem Flash-Laufwerk starten.
Auf dem Gerät sind bereits 25 Spiele installiert, darunter Asteroids, Centipede, Berzerk, Missile Command und Millipede. Für die Spiele gibt es vier Speicherplätze und eine Rückspulfunktion von etwa 40 Sekunden. Bei den modernen Anschlüssen stehen HDMI und vier USB-A-Ports zur Verfügung. Im Lieferumfang ist außerdem ein aktualisierter Atari-Joystick mit acht zusätzlichen Tasten enthalten.
Vorbestellungen sind bereits möglich, die Auslieferung ist für April 2027 geplant. Besonders interessant finde ich, dass man den Rechner wirklich als Computer belassen hat: Tastatur und BASIC sind an Bord, statt nur eine weitere Mini-Konsole mit einer Spielesammlung zu sein.
Quelle: 3DNews
Diese Woche ist mir ein Fan-Projekt aufgefallen: Ein Gamer namens junkatana arbeitet an einer inoffiziellen Portierung von Dragon Quest III für Sega Genesis / Mega Drive. Das Original erschien 1988 in Japan für das Famicom (in Nordamerika 1991 als Dragon Warrior III), im selben Jahr, in dem die Mega Drive in Japan startete. Dass das Spiel nun auf Segas Konsole eine neue Heimat findet, hat daher eine schöne Symmetrie.
Im Moment ist es eindeutig ein Werk in Arbeit. Das einzige Material ist ein kurzer Clip, der auf X geteilt wurde. Er wirkt eher wie das 16-Bit-SNES-Remake von 1996 als wie das 8-Bit-NES-Original. Im Beitrag heißt es sogar, das Spiel habe ein wenig den Look and Feel von Chrono Trigger, und der Clip zeigt, wie es mit einem Mega-Drive-Controller läuft.
Geplant sind ein neues Speichersystem, neue Läden, eine neue Burg und ein neues Gasthaus sowie Verbesserungen beim Sound. Eine offene Frage ist, wie viel KI im Spiel steckt: Der Autor kann das nicht sagen und merkt nur an, dass das YouTube-Thumbnail nach KI-Bearbeitung aussieht.
Ich mag solche Projekte, weil sie genau dort liegen, wo Retro-Hardware und Fan-Engagement aufeinandertreffen. Ob daraus jemals eine spielbare ROM oder ein Modul wird, das man selbst flashen kann, ist noch unklar. Der Autor will junkatanas Updates weiter verfolgen, besonders falls der Quellcode veröffentlicht wird. Ich bleibe auch dran.
Quelle: Retro Dodo
Am 9. Oktober hat ANBERNIC eine Vorschau auf sein neues Dual-Screen-Handheld RG DDS gezeigt.
Das Gerät basiert auf der Snapdragon-G2-Gen-2-Plattform von Qualcomm und besitzt zwei IPS-LCD-Displays. Das obere misst 4,7 Zoll bei 1200×720 Pixeln, das untere 4 Zoll bei 960×720 Pixeln. Beide erreichen 500 nits Helligkeit und haben eine Pixeldichte von 300 PPI.
Zu den inneren Merkmalen zählen eine aktive Kühlung, ein linearer Z-Achsen-Motor und ein 6000-mAh-Akku. Außen ist ein Metallscharnier ohne Rastungen mit UV-Beschichtung verbaut. Links unten im Gehäuse steckt ein ausziehbarer Stift, rechts sitzt eine physische KI-Taste, und oben sind zwei Lautsprecher integriert.
Da es sich nur um eine Vorschau handelt, sind Preis und Veröffentlichungstermin noch nicht bekannt. Auch welche Emulatoren unterstützt werden, wird im Bericht nicht erwähnt.
Besonders gespannt bin ich auf den Stift und die physische KI-Taste, zwei Details, die man bei Retro-Handhelds selten sieht. Wie sich das Gerät tatsächlich anfühlt und wie gut die Emulation läuft, lässt sich sinnvoll erst nach dem offiziellen Start beurteilen.
Quelle: IT之家
Ein Buch über die Geschichte des nostalgischen 8-Bit-Computers ZX Spectrum sorgt im Crowdfunding für Aufsehen. Der britische Verlag Golden Slumbers sammelt auf Kickstarter Geld für „The Rubber-Keyed Wonder: The Sinclair ZX Spectrum Story“, und die Kampagne läuft noch bis zum 2. November 2026.
Der ZX Spectrum erschien 1982 in Großbritannien und feiert 2027 sein 45-jähriges Jubiläum. Das Buch umfasst über 200 Seiten und soll neben der Entstehungsgeschichte auch Beiträge von Entwicklern und Branchenvertretern sowie die Geschichte des ZX Spectrum Next enthalten, eines seit 2017 angebotenen kompatiblen Rechners. Außerdem werden 48 repräsentative Spiele wie „Football Manager“, „The Hobbit“, „Manic Miner“ und „RoboCop“ vorgestellt, und es geht auch um die Portierungen japanischer Spiele.
Das Ziel von 30.000 Pfund wurde in 98 Minuten erreicht, mittlerweile sind 73.314 Pfund zusammengekommen. Als Zusatzziele sind ein Kapitel über Klone aus der Sowjetunion, Brasilien und Portugal bei 70.000 Pfund, ein Kapitel über enttäuschende Spiele bei 90.000 Pfund und ein Kapitel über Zusatzgeräte wie Microdrive und SpecDrum bei 110.000 Pfund geplant.
Die PDF-Version kostet als Unterstützung 14 Pfund, die Taschenbuchausgabe 29 Pfund und die Hardcover-Ausgabe 44 Pfund. Die auf 480 Exemplare limitierte, handsignierte Edition kostet 99 Pfund. Der Versand ist für April 2027 geplant. Als Fan von Retro-Rechnern freut es mich, dass die Kultur alter Computer nun auch in gedruckter Form bewahrt werden soll.
Laut Hobby Consolas haben PLAION Replai und Atari The 800XL angekündigt, eine neue Version des 8-Bit-Computers, der 1983 erstmals erschien. Er kommt am 23. April 2027 in den Handel und kann in Europa bereits im Online-Shop von PLAION für 219,99 Euro vorbestellt werden.
Auf den ersten Blick ist er fast identisch mit dem Original, sowohl im Design als auch mit der mechanischen Vollformattastatur. Enthalten sind 25 Spiele, darunter Centipede, Missile Command, Battlezone und M.U.L.E., außerdem ein THECXSTICK. Dabei handelt es sich um eine moderne Nachbildung des klassischen Joysticks mit acht unauffällig eingebauten Aktionstasten.
Für Sammler ist die Kompatibilität besonders interessant. Originalmodule der Atari 400, 800, XL und XE werden unterstützt, ebenso Software der Atari 5200. Modul-, Disketten- und Kassettenabbilder lassen sich über USB laden, eigene Programme kann man in Atari BASIC schreiben und speichern.
Zu den modernen Funktionen gehören vier Speicherplätze, eine Rückspulfunktion von rund 30 Sekunden, HDMI-Ausgang mit PAL- und NTSC-Modus, optionale CRT-Filter, 12 Bildschirmrahmen, vier USB-A-Anschlüsse und USB-C-Stromversorgung. Ich finde, das ist eine gute Möglichkeit, einem Computer, den viele schon vergessen haben, eine zweite Chance zu geben.
Quelle: Hobby Consolas
Laut Adrenaline bringt Atari den 8-Bit-Heimcomputer 800XL als nahezu identische Replik des Originals von 1983 zurück. Das Gerät kommt mit Atari BASIC, 25 vorinstallierten Spielen und einem Modulschacht, der tatsächlich funktioniert. Das Design stammt von Retro Games, Herstellung und Vertrieb übernimmt Plaion Replai, das Unternehmen hinter dem NeoGeo AES+.
Zu den eingebauten Spielen gehören Asteroids, BattleZone, Boulder Dash, Centipede, Flip and Flop, Hover Bovver, Missile Command und Star Raiders 2. Zwei Extras, Castle Crisis und Super Breakout, werden freigeschaltet, sobald ein analoger Controller angeschlossen ist. Weitere Spiele lassen sich über einen USB-Stick laden; das Gerät läuft außerdem Software der Modelle 400, 800, XL und XE sowie Spiele der 5200. Der beiliegende CX40-Joystick wird per USB-A angeschlossen.
Vorbestellungen sind bereits auf der Website von Plaion Replai für 220 US-Dollar möglich, was bei direkter Umrechnung etwa 1.099 brasilianischen Real entspricht. Enthalten sind 1,8 m lange USB-A-, USB-C- und HDMI-Kabel. Das Problem ist die Wartezeit: Die Versendung der Bestellungen soll erst ab dem 23. April 2027 beginnen.
Für Sammler von Retro-Hardware ist es spannend zu sehen, dass ein Computer und nicht nur eine weitere Mini-Konsole ein zweites Leben bekommt.
Quelle: Adrenaline
Der frühere PlayStation-Manager Shawn Layden gibt zu, dass die PlayStation Portable (PSP) Nintendo einst nervös gemacht hat. Das sagte er in einem Interview mit dem YouTube-Kanal The Expansion Pass, wie Gamebrott berichtet.
Layden erinnert sich, dass Sony die PSP etwa zwischen 2003 und 2005 vorstellte. Ein Freund, der bei Nintendo arbeitete, schickte ihm damals eine Nachricht, die deutlichen Ärger erkennen ließ. Layden antwortete, dass es in dieser Branche letztlich um Unterhaltung und Videospiele gehe.
Zu den Zahlen: Die PSP verkaufte sich weltweit rund 70,4 Millionen Mal. Das war ein großer Erfolg, reichte aber nicht an die Nintendo DS heran, von der rund 154 Millionen Stück verkauft wurden. Layden sprach auch über die Nachfolgerin PS Vita, die er für einen Fehlschlag hält. Sony habe die eigene Position im Handheld-Markt falsch eingeschätzt und sich erst spät eingestanden. Seiner Meinung nach wollen Kunden ein Handheld, das ein gutes Spielerlebnis bietet, ohne einer Konsole ähneln zu müssen. Als Beispiel nannte er den Versuch der Vita, Third-Person-Shooter auf das Gerät zu bringen.
Als jemand, der alte Konsolen sammelt, finde ich diese Geschichte spannend. PSP und DS gehören inzwischen zu den Retro-Geräten, und wenn man sich vorstellt, wie sich die beiden Giganten damals gegenseitig belauerten, bekommt auch meine Sammlung alter Handhelds ihre eigene Geschichte.
Quelle: Gamebrott