Programmierung & KI

Europa nutzt Open Source gern, trägt aber zu wenig bei

Auf Computable habe ich eine Zusammenfassung des Berichts „2026 State of Open Source in Europe“ der Linux Foundation gelesen, der bereits in der fünften Ausgabe auf dem Open Source Summit Europe in Prag vorgestellt wurde. Die Kernbotschaft ist eindeutig: Open Source nur zu nutzen, verschafft keine Kontrolle. Man muss auch beitragen und mitgestalten.

Die Zahlen zeigen, wo es hakt. Für 94 Prozent der europäischen Organisationen ist digitale Souveränität für ihre Technologiestrategie wichtig, für 61 Prozent sogar sehr wichtig. Europäische Entwickler stellen fast 40 Prozent der Beiträge zu Infrastrukturprojekten wie Kubernetes und OpenStack, doch viele Organisationen beschränken sich auf die Nutzung. 31 Prozent haben keinen formalen Rahmen für das Open-Source-Management. Wer einen hat, berichtet von einer Rendite von mehr als dem Vierfachen der Investition, ohne Rahmen sind es 3,6-fach.

Auch KI-Coding-Werkzeuge kommen vor: 94 Prozent nutzen oder testen generative KI-Coding-Tools, drei Viertel meinen, dass sie den Wert von Open Source steigern, und 48 Prozent nutzen deshalb mehr Open Source. Fast die Hälfte pflegt interne Forks, was pro Release-Zyklus im Schnitt 311 Stunden für 9,5 Forks kostet.

Auffällig finde ich, dass an der Spitze der Agentic AI Foundation vor allem US-Unternehmen stehen, etwa AWS, Anthropic, Google, Microsoft und OpenAI. Auf der Gold-Stufe sind aus Europa nur Suse und Ericsson vertreten. Gleichzeitig arbeitet die Europäische Kommission an einem Tech-Sovereignty-Paket von rund 2 Milliarden Euro.

Thierry Carrez von der Linux Foundation Europe sagt, Open Source helfe, weniger abhängig zu werden, aber nur mit aktiver Beteiligung an offenen Governance-Strukturen. Als Entwickler kann ich das gut nachvollziehen: Ein Pull Request hat manchmal mehr Einfluss als ein Positionspapier. Wie ist das bei euch?

Quelle: Computable

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