Seltene Reptilien

Zwei neue Hemidactylus-Geckos aus Telangana und warum ich kryptische Arten so mag

Ab und zu erscheint eine Gecko-Studie, die mich daran erinnert, wie viel verborgene Vielfalt in ganz gewöhnlich aussehenden Steinhaufen steckt. Diesen Monat haben Forscher zwei neue Hemidactylus-Arten aus den Distrikten Nalgonda und Warangal im indischen Bundesstaat Telangana beschrieben. Beide gehören zur Hemidactylus-brookii-Gruppe, Murrayi-Klade.

Hemidactylus cairnicola, der "Cairn-Gecko", ist eine mittelgroße Art, die etwa 49 mm Kopf-Rumpf-Länge erreicht. Der Körper ist gedrungen und leicht abgeflacht, der Kopf groß, und auf dem Rücken stehen Reihen gekielter, konischer Höcker. Was ich bezaubernd finde, ist der Lebensraum: Er lebt auf felsigen Aufschlüssen im Buschwald und auf schwarzen Felshaufen direkt neben Feldern und Dörfern. Seine hell- bis graubraune Färbung passt sich dem Stein an, auf dem er sitzt. Tagsüber versteckt er sich in Ritzen, nachts jagt er Insekten. Sein Revier teilt er mit anderen Geckos, Echsen, Agamen und sogar der Indischen Sandboa.

Die zweite Art, Hemidactylus koyaorum, ist nur von ihrer Typuslokalität im Distrikt Warangal bekannt. Genetisch steht sie H. treutleri am nächsten, doch die mitochondrialen ND2-Sequenzen unterscheiden sich um 7,0 bis 13,5 Prozent, und die beiden neuen Arten unterscheiden sich voneinander um etwa 10 Prozent. Das ist eine große Lücke für Tiere, die einander so ähnlich sehen – genau deshalb nennen die Autoren sie kryptisch.

Für alle, die Geckos halten und nachzüchten, ist so eine Geschichte eine gute Erinnerung daran, dass "der gewöhnliche Hausgecko" oft ein ganzer Artenkomplex ist. Beide neuen Tiere sind jeweils nur von einem einzigen Fundort bekannt, sodass die Entdeckung auch Naturschutzfragen aufwirft. Ich hoffe, dass diesen trockenen Plateau-Lebensräumen weitere Untersuchungen folgen.

Quelle: Reptiles Magazine

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