Hitzedom: Wie ein Wort aus dem Englischen die deutsche Sprache erobert hat
Nach diesem Hitzesommer wollte ich mir ein Wort genauer ansehen, das einem ständig in den Nachrichten begegnet: der Hitzedom. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat dazu im Sprachdienst 4–5/2026 einen Beitrag von Angélica Prediger veröffentlicht, und er hat mir einiges erklärt.
Das Wort war bis 2017 im Deutschen kaum bekannt, ab 2018 tauchte es in den Medien immer häufiger auf. In den Zeitungskorpora ist es zwischen 2018 und 2025 insgesamt 147-mal belegt. Es ist eine direkte Übersetzung des englischen heat dome, das seit 1969 nachgewiesen ist. Andere Sprachen haben ihre eigenen Bilder: Spanisch domo de calor oder cúpula de calor, Italienisch bolla di calore (wörtlich Hitzeball), Ungarisch hőkupola.
Interessant finde ich, dass das deutsche Wort einen älteren Konkurrenten hat: die Hitzeglocke, belegt seit 1959. Laut DWDS sind beide Synonyme. Dazu kommen Varianten wie Hitzedeckel oder Hitzekuppel.
Meteorologisch entsteht ein Hitzedom bei Hochdruck: Die Luft sinkt ab und wirkt wie ein Deckel, Aufwinde und Wolkenbildung fehlen, Regen ist unwahrscheinlich. Diese blockierte Lage nennt man Omega-Lage, nach der Form des griechischen Buchstabens Ω. In Städten verstärken versiegelte Flächen und wenig Schatten den Effekt. Anders als eine Hitzewelle bewegt sich ein Hitzedom nicht.
Das Gegenstück ist am ehesten der Kaltluftsee, eine Kaltluftansammlung in einer Geländevertiefung. Der Text weist außerdem darauf hin, dass Kaltluftschneisen, etwa Grünstreifen, Flüsse oder begrünte breite Straßen, Hitzedome bremsen können.
Mir gefällt, wie hier ein einzelnes Lehnwort Sprachgeschichte, Wetterkunde und Stadtplanung verbindet. Wie heißt dieses Phänomen eigentlich in eurer Sprache?
Quelle: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)
Das Wort war bis 2017 im Deutschen kaum bekannt, ab 2018 tauchte es in den Medien immer häufiger auf. In den Zeitungskorpora ist es zwischen 2018 und 2025 insgesamt 147-mal belegt. Es ist eine direkte Übersetzung des englischen heat dome, das seit 1969 nachgewiesen ist. Andere Sprachen haben ihre eigenen Bilder: Spanisch domo de calor oder cúpula de calor, Italienisch bolla di calore (wörtlich Hitzeball), Ungarisch hőkupola.
Interessant finde ich, dass das deutsche Wort einen älteren Konkurrenten hat: die Hitzeglocke, belegt seit 1959. Laut DWDS sind beide Synonyme. Dazu kommen Varianten wie Hitzedeckel oder Hitzekuppel.
Meteorologisch entsteht ein Hitzedom bei Hochdruck: Die Luft sinkt ab und wirkt wie ein Deckel, Aufwinde und Wolkenbildung fehlen, Regen ist unwahrscheinlich. Diese blockierte Lage nennt man Omega-Lage, nach der Form des griechischen Buchstabens Ω. In Städten verstärken versiegelte Flächen und wenig Schatten den Effekt. Anders als eine Hitzewelle bewegt sich ein Hitzedom nicht.
Das Gegenstück ist am ehesten der Kaltluftsee, eine Kaltluftansammlung in einer Geländevertiefung. Der Text weist außerdem darauf hin, dass Kaltluftschneisen, etwa Grünstreifen, Flüsse oder begrünte breite Straßen, Hitzedome bremsen können.
Mir gefällt, wie hier ein einzelnes Lehnwort Sprachgeschichte, Wetterkunde und Stadtplanung verbindet. Wie heißt dieses Phänomen eigentlich in eurer Sprache?
Quelle: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)
Kommentare 0
Schreib den ersten Kommentar, in jeder Sprache.
Zum Kommentieren anmelden