Bücher & Schreiben

Was die Liste der 150 meistverbotenen Bücher der ALA aus 35 Jahren zeigt

Zur Banned Books Week hat die American Library Association (ALA) eine Liste der 150 am häufigsten angefochtenen Bücher veröffentlicht, die zwischen 1990 und 2025 dokumentiert wurden. Brittany Allen von Literary Hub hat sie nach Kategorien durchgesehen. Mich hat ihre Aufschlüsselung mehr interessiert als die Zahlen in der Überschrift.

Zum Hintergrund: Das Office for Intellectual Freedom der ALA hat im vergangenen Jahr 4.235 angefochtene Titel erfasst, die zweithöchste Zahl, die je verzeichnet wurde. Von den 150 Büchern auf der Liste sind 20 Klassiker für Erwachsene, darunter Wer die Nachtigall stört von Harper Lee und Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt von Maya Angelou, daneben Werke von Salinger, Twain, Wright, Morrison und Huxley. Allen war überrascht, dass auch neuere Bücher wie Homegoing von Yaa Gyasi und Wasser für die Elefanten von Sara Gruen dabei sind.

Die mit Abstand größte Gruppe ist die Jugendliteratur mit 81 Titeln. Allen weist darauf hin, dass Bücher über Geschlecht und sexuelle Inhalte häufiger angefochten wurden als solche über Waffengewalt, rassistische Gewalt, psychische Erkrankungen, Drogen oder die Erfahrungen von Einwanderern. Ellen Hopkins hat 14 Bücher auf der Liste, Lauren Myracle sechs. Dazu kommen 11 Kinder- und Mittelstufentitel, meist über Geschlechtsidentität oder queere Familien, etwa Julián ist eine Meerjungfrau und Und Tango macht drei. Außerdem gibt es acht Graphic Novels, acht Memoiren und zehn Romantasy-Bücher, neun davon von Sarah J. Maas.

Einige Kuriositäten tauchen ebenfalls auf: fünf Ratgeber zur Pubertät, ein antirassistisches Handbuch und eine schwer einzuordnende Gruppe mit zwei Sammlungen von Rupi Kaur und einer Geistergeschichten-Anthologie, die Allen für einen Rest der Satanic Panic hält.

Ihr Fazit: Den Bücherverbietern fehlt es an einer erkennbaren Logik, und sie ermutigt die Leserinnen und Leser, die Titel zu lesen, die auf ala150.org aufgeführt sind. Ich finde, das ist eine gute, praktische Art, die Woche zu begehen: eines davon lesen.

Quelle: Literary Hub

Kommentare 0

Schreib den ersten Kommentar, in jeder Sprache.

Zum Kommentieren anmelden