3D-Druck

ShiftLens: 3D-gedruckte Oberflächen, die ohne Elektronik das Bild wechseln

Ein Team des MIT hat mit ShiftLens ein System vorgestellt, mit dem sich 3D-gedruckte Objekte herstellen lassen, deren Oberfläche ihr Aussehen ändert, sobald man drückt, schiebt oder dreht, und das ganz ohne Sensoren, Batterien oder Bildschirme. Entwickelt wurde es in der Human-Computer Interaction Engineering Group des CSAIL. Mich hat vor allem die Idee gereizt, dass ein Objekt seinen Zustand selbst anzeigt.

Das Beispiel ist eine Reagenzflasche: Ist der Verschluss fest zugedreht, erscheint ein Häkchen, bei gelockertem Verschluss ein Gefahrensymbol. Beide Motive sind direkt in die Flaschenwand gedruckt. Auch ein Türschild wechselt per Schalter zwischen zwei Anzeigen.

Technisch kombiniert ShiftLens eine Schicht aus Lentikularlinsen, wie man sie von Wechselbild-Postkarten kennt, mit einer darunterliegenden Musterschicht, auf der die Motive in schmale, verschachtelte Streifen zerlegt sind. Verschiebt sich die Linsenschicht um wenige Millimeter, vergrößern die Linsen andere Streifen, und ein anderes Bild wird sichtbar. Die Bewegung entsteht entweder durch die Bedienung selbst, etwa beim Aufschrauben, oder durch einen mitgedruckten Mechanismus wie Schalter oder Rad.

Linsen, Farben, Grundkörper und Mechanik werden in einem einzigen Druck gefertigt. Das Team nutzte eine Stratasys J55 mit Material Jetting, wobei wasserlösliches Stützmaterial den Zwischenraum füllt und ausgewaschen wird. Die Grenzen: Strukturen unter 200 µm sind nicht druckbar, bei 5 mm Linsenabstand sind höchstens zehn Zustände möglich, und die Geometrie ist auf Translations- und Rotationsflächen beschränkt.

Quelle: 3Dnatives

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