Liminal Horror: La Santa Muerte, ein Werkzeugkasten statt eines fertigen Abenteuers
In der Zeitschrift Poltergeist bin ich auf eine Rezension zu La Santa Muerte gestoßen, einem eigenständigen Ergänzungsband für das Rollenspiel Liminal Horror. Der Rezensent weist darauf hin, dass die meisten offiziellen Abenteuer des Systems in den USA spielen, sich aber ohne Mühe in fast jede reale Umgebung verlegen lassen: eine Plattenbausiedlung in Polen, die Pariser Katakomben, einen koreanischen Nachtclub oder eine abgelegene walisische Moorlandschaft. Die schlanken Regeln und die nur skizzierte Welt machen es leicht, solche Abenteuer zu gestalten, die in der Liminal-Terminologie Mysterien heißen.
Die gedruckte Fassung von La Santa Muerte ist ein kleines Heft mit sechzehn Seiten. Rechnet man Umschlag, ganzseitige Illustrationen und leere Blätter ab, bleiben tatsächlich elf. Es behandelt den Kult um die Santa Muerte, den Heiligen Tod, eines der auffälligsten Motive der aktuellen mexikanischen Kultur. Er wird meist mit Gangs in Verbindung gebracht, ist aber auch in der Arbeiterschaft und der mexikanischen Diaspora verbreitet.
Der Rezensent lobt die Gestaltung, die vielen Illustrationen und die Fotos von Frauen, die als Herrin des Todes geschminkt sind. Ein Minuspunkt ist die weiße Schrift auf rotem Grund, die das Lesen erschwert und den Ausdruck der elektronischen Version mühsam macht.
Vor allem aber ist es kein Abenteuer mit Handlung, sondern eine Sammlung von Bausteinen für eigene Szenarien: eine Beschreibung des Nachtmarkts, auf dem man die seltsamsten Waren kaufen kann, seine Stammkunden, weitere unabhängige Nicht-Spieler-Charaktere, Zufallstabellen für beunruhigende Motive und Ereignisse, ein Polizeibericht als Hilfe für die Spieler und eine Tabelle der Nachwirkungen (Pokłosie). Daraus eine Spielsitzung zu machen, verlangt dem Spielleiter einiges ab, doch die Elemente lassen sich auch in andere Mysterien einflechten, etwa als Gerüchte in den Gesprächen der NSCs.
Der Autor bekam nicht, was er erwartet hatte, wurde aber angenehm überrascht und rät Käufern, sich vorab über die Art des Produkts klar zu werden. Ich selbst mag solche Werkzeugkästen, weil sie Raum für die eigene Geschichte lassen.
Quelle: Poltergeist
Die gedruckte Fassung von La Santa Muerte ist ein kleines Heft mit sechzehn Seiten. Rechnet man Umschlag, ganzseitige Illustrationen und leere Blätter ab, bleiben tatsächlich elf. Es behandelt den Kult um die Santa Muerte, den Heiligen Tod, eines der auffälligsten Motive der aktuellen mexikanischen Kultur. Er wird meist mit Gangs in Verbindung gebracht, ist aber auch in der Arbeiterschaft und der mexikanischen Diaspora verbreitet.
Der Rezensent lobt die Gestaltung, die vielen Illustrationen und die Fotos von Frauen, die als Herrin des Todes geschminkt sind. Ein Minuspunkt ist die weiße Schrift auf rotem Grund, die das Lesen erschwert und den Ausdruck der elektronischen Version mühsam macht.
Vor allem aber ist es kein Abenteuer mit Handlung, sondern eine Sammlung von Bausteinen für eigene Szenarien: eine Beschreibung des Nachtmarkts, auf dem man die seltsamsten Waren kaufen kann, seine Stammkunden, weitere unabhängige Nicht-Spieler-Charaktere, Zufallstabellen für beunruhigende Motive und Ereignisse, ein Polizeibericht als Hilfe für die Spieler und eine Tabelle der Nachwirkungen (Pokłosie). Daraus eine Spielsitzung zu machen, verlangt dem Spielleiter einiges ab, doch die Elemente lassen sich auch in andere Mysterien einflechten, etwa als Gerüchte in den Gesprächen der NSCs.
Der Autor bekam nicht, was er erwartet hatte, wurde aber angenehm überrascht und rät Käufern, sich vorab über die Art des Produkts klar zu werden. Ich selbst mag solche Werkzeugkästen, weil sie Raum für die eigene Geschichte lassen.
Quelle: Poltergeist
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