Bücher & Schreiben

Schriftstellerverband warnt erneut vor dem Hybridverlag Lava

Wer davon träumt, ein Buch zu veröffentlichen, sollte die SVT-Nachricht von letztem Freitag lesen. Der schwedische Schriftstellerverband (Sveriges Författarförbund) hat Autorinnen und Autoren erneut davor gewarnt, Verträge mit der Bookea Group abzuschließen, der Muttergesellschaft des Hybridverlags Lava förlag. Die Warnung wurde an die Mitglieder verschickt.

Der Grund: Bookea befindet sich seit diesem Sommer in einer Unternehmenssanierung (företagsrekonstruktion). Laut Verband erhöht das das finanzielle Risiko für Autorinnen, Autoren und Übersetzende. Der Verband bezeichnet außerdem das Hybridmodell als problematischen Zwischenhändler zwischen Autorinnen bzw. Autoren und Verlagen. Beim Hybridmodell beteiligt sich der Autor an den Veröffentlichungskosten. Dann trage der Autor einen erheblichen Teil des finanziellen Risikos, könne aber an seine Rechte gebunden werden und habe nur begrenzte Kontrolle über das Werk.

SVT nennt einige Zahlen. Lava bezeichnet sich als größten Buchverlag Nordeuropas. 2023 erschienen 486 Titel, bei einem Gewinn von 12,3 Millionen Kronen. Im Jahr darauf gab es einen Verlust von 9,2 Millionen Kronen. In seinem Antrag beim Bezirksgericht Stockholm schrieb Bookea, dass es Löhne und Lieferantenschulden nicht bezahlen könne. Im Herbst 2024 hatte der Verband bereits vor unfairen Verträgen und unangemessenen Geheimhaltungsklauseln gewarnt, die Warnung nach Gesprächen mit Lava aber zurückgezogen.

Anna Bergius, die 2025 den Gründer Peter Norrman ablöste, trat im August als Geschäftsführerin zurück. Die kommissarische Geschäftsführerin Ann-Charlotte Baudin sagt gegenüber SVT, das Unternehmen müsse sich in einigen Bereichen verbessern, und die Arbeit daran laufe. Sie verteidigt das Hybridmodell: Es erfülle in einer Branche, in der der Einstieg schwer sei, eine wichtige Funktion.

Ich finde das eine nützliche Erinnerung: Bevor man für eine Veröffentlichung bezahlt, sollte man den Vertrag genau lesen, Alternativen vergleichen und am besten den Schriftstellerverband um Rat fragen.

Quelle: SVT Nyheter

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