Analoge Filmkameras

„La Petro“: eine handgebaute Sofortbildkamera aus Río Cuarto

Diese Geschichte ist mir sehr nahegegangen, weil sie analoge Fotografie, Handwerk und Familienerinnerung miteinander verbindet. In Río Cuarto in der Provinz Córdoba hat der Fotograf Gerardo González ein Jahr lang an seiner eigenen Minutera-Kamera gebaut, die er „La Petro“ nannte – und mit ihr bringt er diese Technik nun zurück auf die Plätze der Stadt.

Für alle, die sie nicht kennen: Bei der Minutera-Fotografie wird ein Bild innerhalb weniger Minuten aufgenommen, entwickelt und übergeben, alles im Inneren der Kamera und direkt vor den Augen der porträtierten Person. González wurde durch Minuteras neugierig, die er in sozialen Netzwerken und in Filmen sah, und nahm Kontakt zu einem Fotografen aus La Pampa auf, der mit einer ähnlichen, ursprünglich aus Frankreich mitgebrachten Kamera arbeitet. Anhand von Bauplänen setzte er die Teile nach und nach zusammen und achtete dabei besonders sorgfältig auf die Holzzuschnitte, damit kein Licht eindringen konnte.

Der Name ist eine Hommage: Sein Großvater mit dem Nachnamen Petrocelli, bekannt als „El Petro“, war Hobbyfotograf und entwickelte seine Abzüge selbst zu Hause.

Am schönsten sind die Begegnungen, die ihm die Kamera beschert. Viele ältere Anwohner kommen auf ihn zu und erzählen, dass sie sich an die alten Minuteros im Parque Sarmiento erinnern. Ein Mann kam mit seinen beiden Enkeln und erzählte ihm, dass er ein Foto mit seinem eigenen Großvater, aufgenommen als er 5 oder 6 Jahre alt war, wie einen Schatz aufbewahrt; er wollte die Szene wiederholen, um ihnen dieselbe Erinnerung zu hinterlassen.

Was bei mir bleibt, ist der Grundgedanke: Im Gegensatz zur Unmittelbarkeit des Handys ist hier das Warten Teil des Erlebnisses. Die Ausstellung von „La Petro“ ist im Espacio Cultural Franklin Arregui Cano im Rathaus von Río Cuarto zu sehen.

Quelle: Puntal

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