Modulare Synthesizer

u-he MELT: Kernschmelze im Eurorack-Filter

Lange hat es gedauert: u-he hat den damals noch namenlosen Prototyp seines Eurorack-Filters schon auf der Superbooth 22 gezeigt, jetzt ist das Modul als MELT tatsächlich erhältlich. Mich freut das, denn ein Filter mit eigenem Charakter ist im Modularsystem immer eine spannende Ergänzung.

MELT ist ein analoges Kaskaden-Tiefpassfilter mit zusätzlichem Bandpass-Ausgang. Die Flankensteilheit lässt sich in drei Stufen wählen (12, 18 oder 24 dB pro Oktave), und wer möchte, schaltet eine Basskompensation zu, die verhindert, dass bei viel Resonanz die tiefen Frequenzen wegbrechen.

Der eigentliche Clou ist der Regler „Core Temperature“. Bei niedriger Kerntemperatur verhält sich das Filter laut u-he relativ zivil. Dreht man die Temperatur hoch, sinkt der interne Headroom, Eingangssignal und Resonanz beeinflussen sich stärker, und das Filter wird zunehmend ungestüm. Bei hohen Werten beginnt schon der Eingang zu verzerren – eben Kernschmelze im Eurorack.

Auch beim Patchen gibt es viel Spielraum: drei Eingänge mit Mixer (Eingang 1 mit modulierbarem VCA), je einen VCA in den Tiefpass- und Bandpass-Ausgängen, einen Aux-Eingang, der direkt zu den Ausgängen läuft, sowie zwei FM-Eingänge mit Abschwächern, von denen FM1 zusätzlich einen Inverter und einen VCA bietet. Damit braucht man laut Bericht nur sehr wenige weitere Module für eine komplette Synthesizerstimme.

Der Preis liegt bei 299 Euro, das Modul ist sofort lieferbar. Persönlich finde ich die Idee, den Charakter eines Filters über einen einzigen Temperaturregler zu steuern, ziemlich charmant.

Quelle: gearnews.de

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