Audio-Selbstbau

Bluetooth-Player für alte Lautsprecher mit ESP32 und PCM5102-DAC

Ich habe eine Bauanleitung gefunden, die gut zeigt, wie aus Altteilen eine durchaus brauchbare Audioanlage entstehen kann. Der Autor, der auf Habr schreibt, hatte seit Jahren zwei 50-Watt-Yamaha-Lautsprecher im Regal stehen und in einer Schublade lag eine Platine mit einem ESP32. Er beschloss, beides zu kombinieren und sich einen eigenen Bluetooth-Player zu bauen.

Das Herzstück ist ein ESP32-WROOM-32-Modul, das Bluetooth und die Peripherie übernimmt, sowie ein GY-PCM5102-DAC, der das Audiosignal über die I2S-Schnittstelle erhält. Lautstärke und Pause steuert ein Drehgeber, auf einem OLED-Display läuft eine Spektrumsanzeige. Den Verstärker XH-A232 wählte er einfach, weil er ihn schon hatte. Seine Spitzenleistung liegt bei 30 Watt pro Kanal, gegenüber 50 Watt Nennleistung der Lautsprecher, aber für einen Raum reiche die Lautstärke allemal.

Am interessantesten finde ich die Details, über die selten geschrieben wird. Zwischen ESP32 und DAC sitzt ein Spannungsteiler, der den DAC-Ausgang von 2,1 V auf 0,27 V (Effektivwert) herunterregelt, weil der Verstärker sonst übersteuert und rauscht. Den Faktor hat der Autor experimentell ermittelt, und er warnt, dass er bei einem anderen Verstärker anders ausfallen kann.

Ein weiteres Problem waren digitale Störgeräusche, weil DAC und ESP32 aus einer gemeinsamen Versorgung gespeist wurden. Die Lösung: Beide bekamen eigene Wandler. Geholfen haben außerdem kurze, verdrillte Leitungen zwischen DAC und Verstärker sowie zwei 0,1-µF-Keramikkondensatoren hinter dem DAC.

Die Software entstand mit PlatformIO und den Bibliotheken arduino-audio-tools und ESP32-A2DP, sodass er die A2DP-Audioübertragung auf niedriger Ebene nicht selbst programmieren musste. Der Code steht auf GitHub. Ein schönes Beispiel dafür, wie günstige Module etwas Nützliches ergeben und man dabei lernt, woher Störungen kommen.

Quelle: Habr

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